Ganze Regalreihen sind auf dem Gärtnerhof in Neu-Steddorf mit den Hülsenfrüchten gefüllt

Uta Kaltenbach hat schon mehr als 200 Sorten Bohnen gesammelt

Uta Kaltenbach steht vor den mit unterschiedlichen Bohnensorten gefüllten Regalen
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Ganze Regalreihen hat Uta Kaltenbach schon mit unterschiedlichen Bohnensorten gefüllt.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Neu-Steddorf – Sie hören auf so ungewöhnliche Namen wie „Pink Panther“, „Kermit“ oder „Lila Kuh“. Wer denkt, dass Bohne gleich Bohne ist, der irrt sich. Die zahlreichen Sorten unterscheiden sich in Farbe, Muster und auch in der Konsistenz. „Manche sind weich, manche sind cremiger, manche sind buttriger“, zählt Uta Kaltenbach auf.

Die Geschäftsführerin des Gärtnerhofs in Neu-Steddorf hat in rund zehn Jahren mehr als 200 Sorten gesammelt – und ist damit noch längst nicht am Ende der Bohnenstange angekommen. „Es gibt tausende von Bohnensorten auf der Welt“, sagt Kaltenbach. Doch wie fing ihre Faszination für die Bohne an? Los ging es mit der sogenannten Ostfriesischen Hartschiele. Mit ihrer rot-grün geflammten Hülse hat sie Kaltenbach besonders gut gefallen. „Dann habe ich angefangen zu gucken, was es noch so gibt“, erzählt Kaltenbach.

Versuchsfeld auf dem Gärtnerhof

Auf einem Versuchsstück auf dem Gärtnerhof baut Kaltenbach derzeit 17 verschieden Sorten von Buschbohnen an. „Ich habe immer schon Bohnen angebaut, aber nicht in der Vielfalt“, sagt sie. Dabei prüft sie, ob die Sorten mit dem hiesigen Klima klarkommen und ob der Standort generell für die jeweilige Sorte geeignet ist.

„Je mehr Vielfalt da ist, desto besser“, meint Kaltenbach, denn mit mehr Vielfalt sei man auch besser auf den Klimawandel vorbereitet. „Wir suchen Sorten, die standfest sind.“ Die Pflanzen könnten sonst umkippen, die Bohnen verfaulen. Auch widerstandsfähig gegen Bakterien müssen sie sein. Viele Sorten kommen zum Beispiel vom Balkan. „Das ist ein Bohnen-Mekka“, sagt Kaltenbach.

Neben den Buschbohnen, die auf dem Boden wachsen, baut Kaltenbach auch verschiedene Sorten von Stangenbohnen an. Allgemein seien Bohnen sehr frostempfindlich, aber „Stangenbohnen sind wesentlich wärmebedürftiger“, erklärt Kaltenbach. So werden Buschbohnen Ende April auf dem Feld unter Vlies gesät. Stangenbohnen hingegen werden in der Regel im Gewächshaus vorgezogen und erst Mitte Mai nach draußen gepflanzt. Geerntet werden die Bohnen dann Ende August oder Anfang September.

Wie entsteht eine neue Sorte?

Doch wie kommen eigentlich die unzähligen Sorten zustande? „Bohnen sind Selbstbefruchter“, erklärt Kaltenbach. Die Pflanze befruchtet sich, während die Blüte noch geschlossen ist. Manchmal beißen Hummeln die Blüten jedoch auf und bringen so fremde Pollen von anderen Sorten in die Pflanze. Hierdurch entstehen Bohnen, die sich von anderen Bohnen derselben Pflanze unterscheiden. Im Grunde entscheidet also der Zufall. „Das bewusst zu steuern, ist bei Bohnen schwierig“, weiß Kaltenbach. So dauere es auch etwa acht Jahre, um eine neue Sorte zu ziehen. Die eingangs erwähnten „Pink Panther“ und „Kermit“ sind eigene Züchtungen und verdanken ihre vorläufigen Namen der Farbe – Panther rosa, Kermit grün.

Lange führte die Bohne auf der Speisekarten der Deutschen eher ein Außenseiterdasein. Jetzt feiert sie jedoch ein Comeback und wird laut Kaltenbach zum Beispiel viel für vegane Ernährung genutzt. Denn Bohnen sind Eiweißlieferanten, Kaltenbach selbst verwendet sie gerne für mexikanische Gerichte. Geschmacklich unterscheiden sich die verschiedenen Sorten kaum: „Man kann im Prinzip jede Bohne für alles nehmen.“

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