Maike Mammen und Gudrun Boldhaus sind skeptisch

Ungeklärte Fragen zu Bücherei-Umzug

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Büchereileiterin Maike Mammen in ihrer Arbeitsstelle. Mit 7000 Euro pro Jahr muss sie die Ausleihe und Veranstaltungen organisieren. Sie befürchtet bei einem Umzug Einbußen bei der Ausleihe.

Bienenbüttel. Mit Freude haben Vereine und Verbände die Nachricht aufgenommen, dass sie möglicherweise in die jetzigen Räume der Bücherei umziehen könnten (AZ berichtete).

Ihr bisheriges Domizil, das Mühlenbachzentrum, soll verkauft werden, eine erste Verkaufsanzeige wurde bereits veröffentlicht. Ersatz könnten also die Räume der Bücherei im Erdgeschoss des Rathauses sein. Die Bücherei wiederum könnte in die Grundschule umziehen. Maike Mammen, die Leiterin der Bücherei, ist aber nicht vollends überzeugt von der Idee.

Gudrun Boldhaus, Leiterin der Grundschule, sieht das Arbeitsrecht berührt.

Die Frau, die seit 28 Jahren bei der Gemeinde beschäftigt ist, versteht die Sorgen der Vereine und Verbände um ein neues Domizil. Sie freut sich auch, wenn die einen Ort für ihre Kurse und Veranstaltungen haben. Sie selbst würde in der Grundschule sogar mehr Quadratmeter haben. Aber so rosig sieht sie das gar nicht. „Zunächst sieht es so aus, als wäre mehr Platz da. Aber ganz stimmt das nicht. In den neuen Räumen, wie sie geplant sind, wären viele Glaswände. An denen kann ich meine Regale nicht aufstellen“, sagt sie. Die Konsequenz: Ihre Möglichkeiten wären trotz der größeren Fläche eher eingeschränkt. Sie will möglichst bleiben. „Einen besseren Standort als diesen hier kann man sich nicht vorstellen“, sagt sie. Viele Leute kämen als „Laufkundschaft“ nach einem Behördengang herein. Wenn das wegfällt, befürchtet sie Einbrüche in der Ausleihe. „Wir werden dann nicht mehr so viele erwachsene Leser haben“, sagt sie. Dass der Laden gut läuft, und das tue er, daran habe sie lange gearbeitet, 2006 hat die Bücherei den Bibliothekspreis der VHG-Stiftung gewonnen. Mammen selbst gehört zur Gemeindeverwaltung, die AZ befragte sie in ihrer fachlichen Funktion als Leiterin der Bücherei.

Noch während des Gesprächs mit Mammen schneien Gudrun Boldhaus, Leiterin der Grundschule, und etwa 20 Kinder aus der Schule herein – zur Ausleihe. Auch Boldhaus hat, wie berichtet, Bedenken. Auch sie versteht die Sorgen der Vereine und Verbände. Aber sie sieht dennoch Probleme: „Davon werden viele arbeitsrechtliche Dinge berührt“, meint sie. Denn durch die Nähe der Bücherei zur Grundschule – sie läge nach bisherigen Plänen im Innenbereich der Schule – müsste die Betreuung geklärt werden. „Wenn Kinder in der Bücherei sind, wer führt dann die Aufsicht?“ fragt Boldhaus. Denn Maike Mommen ist keine Pädagogin der Grundschule. Eine Lehrkraft müsste also oft in der Bücherei sein. Oder anders herum: Wenn Mammen, die Teilzeit arbeitet, nicht in der Bücherei ist, wären dann Lehrer in der Verlegenheit, ohne Ausbildung Bücher zu verleihen? „Das sind ungeklärte Haftungsfragen“, mahnt Boldhaus. Mammen meint, dass Vereine und Verbände auch beispielsweise in den Räumen der Kirchengemeinde Platz finden würden. Boldhaus sagt, dass Vereine und Verbände auch Räume der Schule nutzen könnten.

Ende des Jahres hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass die „Raum-Rochade“ der Vereine mit der Grundschule und der Bücherei eine erste Idee wäre beim Wegfall des Mühlenbachzentrums. Eine Planungsgruppe aus Verwaltung und Parteien hatte die Idee ausgearbeitet. Die Ankermieter, DRK und SoVD, hatten den Plan gelobt, ebenso der Seniorenbeirat.

Von Kai Hasse

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