Freunde Masurens wollen Orgel in der Kirche in Warpuny restaurieren

Traumprojekt zum Jubiläum

Masuren hat es der Grünhagenerin Kerstin Harms angetan. Seit zehn Jahren unterstützt sie mit den Freunden Masurens unter anderem Familien, Krankenhäuser und Schulen in der polnischen Region.
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Masuren hat es der Grünhagenerin Kerstin Harms angetan. Seit zehn Jahren unterstützt sie mit den Freunden Masurens unter anderem Familien, Krankenhäuser und Schulen in der polnischen Region.

Grünhagen – Während ihrer ersten Masuren-Reise vor gut zehn Jahren spielte Kerstin Harms in einem Gottesdienst Trompete. Anschließend kam eine hochschwangere Frau zu ihr.

„Sie sagte, dass ich die Patentante werden muss, weil das Baby im Bauch während des Trompete-Spielens vor Freude umher gesprungen war“, erinnert sich Harms. Sie wurde Patentante und hat noch heute regelmäßig Kontakt zu der insgesamt sechsköpfigen Familie.

Spätestens in diesem Moment war es damals um die Grünhagenerin geschehen. Schon als 20-Jährige hatte sie gerne Bücher über die polnische Region Masuren, die im Süden der ehemaligen Provinz Ostpreußen liegt, gelesen. Kurz nach ihrer ersten Reise gründete Kerstin Harms mit einigen anderen Unterstützern, darunter der Scharnebecker Pastor Fryderik Tegler, den Verein „Freunde Masurens“.

Jedes Jahr bringen Harms und ihre Mitstreiter Hilfstransporte nach Masuren, mit Spenden für Krankenhäuser, Schulen, Kirchengemeinden und Familien. Hinzu kommen zahlreiche andere Hilfsprojekte sowie Bildungsreisen in die Region. Der Verein zählt mittlerweile 350 Mitglieder aus vielen verschiedenen Ländern, unter anderem aus Deutschland, Polen, Russland, Brasilien und den USA.

In diesem Jahr feiern die Freunde Masurens ihr zehnjähriges Bestehen, genau gesagt: am 1. August. Für dieses Datum haben sie sich ein besonderes Ziel gesetzt. „Wir arbeiten an der Restaurierung der Orgel in der Kirche in Warpuny“, erzählt Kerstin Harms. Wenn im August die Jubiläumsreise nach Masuren nur mit Vereinsmitgliedern ansteht, soll die Orgel erstmals erklingen. „Das ist unser Traumprojekt“, sagt Harms. Vereinsmitglied Dr. Susanne Borrek nimmt bereits Orgelunterricht.

Seit ihrer Gründung kämpfen die Freunde Masurens für den Erhalt der Kirche in Warpuny, in der Pastor Tegler getauft, konfirmiert und getraut wurde. Schon im vergangenen Jahr hatte der Verein den Kirchturm wieder herstellen lassen, mit staatlichen Fördergeldern in Höhe von 26 000 Euro. Das ging, weil die Kirche unter Denkmalschutz steht. Bei der Orgel ist das anders. „Die etwa 30 000 Euro müssen wir selbst zusammen bekommen“, erklärt Harms.

Anträge schreiben, Homepage aktualisieren, Kommunikation mit Mitgliedern, Werbetrommel für Aktionen rühren und vieles mehr stehen für Harms auf der Tagesordnung. Etwa 45 Stunden pro Woche investiert die 57-Jährige nach eigener Aussage in die Vereinsarbeit. Möglich ist das auch, weil ihr Mann ihr „immer den Rücken freihält und die die Telefongespräche annimmt“, weiß Kerstin Harms. Und weil sich andere Mitglieder wie Hanna Firch um die Organisation des diesjährigen Hilfstransportes für Schulen kümmern.

Unterdessen ist ein polnischer Orgelbauer in diesen Tagen dabei, die alte Orgel auseinanderzubauen, um sie dann restaurieren zu können. Das nötige Geld hat der Verein noch nicht zusammen (siehe Infokasten). Schlaflose Nächte habe sie deshalb aber nicht, sagt Harms. Aus Erfahrung weiß sie: „Geht nicht, gibt’s nicht.“

VON FLORIAN BEYE

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