Vereine und Verbände können zunächst in den Räumen in Bienenbüttel bleiben

Tieding kauft Mühlenbachzentrum

+
Das Mühlenbachzentrum bleibt in heimischem Besitz. Der Bargdorfer Christopher Tieding will ein Stockwerk auf den Flachdachbau samt eines Satteldaches aufsetzen, die Fassade, Fenster und das Dach sanieren und seniorengerechten Wohnraum schaffen.

Bienenbüttel. Das Mühlenbachzentrum in Bienenbüttel soll an Christopher Tieding verkauft werden. Das hat der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) der Einheitsgemeinde nun beschlossen.

Bürgermeister Dr. Merlin Franke erklärte auf AZ-Nachfrage, dass für das Gebäude ein Preis von 110 000 Euro festgesetzt wurde, die so in das Gemeindesäckel fließen werden.

Damit spart die Gemeinde, wie geplant, den Unterhalt und die Sanierung des Gebäudes. Dies würde Tieding, Bauunternehmer und nebenbei Ratsherr der CDU im Bienenbütteler Gemeinderat, übernehmen. Tieding ist nicht Mitglied im entscheidenden Verwaltungsausschuss und wusste bis gestern nichts von der Entscheidung.

Für die Verwaltung hat das Konzept dessen, was Tieding mit dem Bau vorhat, den Ausschlag gegeben: „Aufgrund der städtebaulichen Konzeption und des Ziels, seniorengerechten Mietwohnraum zu schaffen, hat sich der VA mehrheitlich dazu entschieden“, erklärte Bürgermeister Dr. Merlin Franke auf AZ-Nachfrage. Tieding plant die Einrichtung von seniorengerechten Wohnungen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Nachfrage nach seniorengerechtem Wohnraum größer ist als das, was Bienenbüttel bieten kann“, erklärt er. Zudem hätten Menschen im Alter den Wunsch, zentral zu wohnen – wie im Mühlenbachzentrum. Des weiteren plant Tieding eine umfassende Sanierung des Gebäudes sowie ein weiteres Stockwerk auf dem Flachdach-Anbau.

Christopher Tieding

Derzeit wird die Festlegung auf Tieding als Käufer noch keinen Einfluss auf die Vereine und Verbände haben, die derzeit im Mühlenbachzentrum tagen. Denn zunächst entscheidet die Gemeinde selbst, wann die Übergabe stattfinden wird – und Merlin Franke favorisiert einen Übergang erst im Herbst oder zum Jahresende. Außerdem will Tieding nicht hetzen: „Letztendlich ist es mir egal, wann das Gebäude zur Verfügung gestellt wird. Fest steht, dass es zur Sanierung leergezogen sein muss.“

Demzufolge stehen die Chancen für die Vereine und Verbände gut, zunächst den Betrieb unbesorgt weiterlaufen lassen zu können. Betroffen sind hauptsächlich das DRK und der SoVD. Derzeit ist in Bienenbüttel in Planung, sie mittelfristig in den derzeitigen Räumen der Bücherei im Rathaus – und die Bücherei in der Grundschule – unterzubringen (AZ berichtete). Die verschuldete Gemeinde will damit laut Verwaltung Kosten für einen Neubau für die Verbände sparen, während sie gleichzeitig ein Gebäude gewinnbringend verkauft und den Unterhalt des Gebäudes einspart.

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare