Immobilienmarkt: Mieten stiegen seit 2005 um 36 Prozent / Pro Jahr entstehen 170 Wohnungen

Teures Pflaster Lüneburg

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Baustelle im neuen Hanseviertel: Pro Jahr entstehen in Lüneburg 170 neue Wohnungen – offenbar zu wenig angesichts von 700 Neubürgern im Jahr.

Lüneburg. Des einen Freud’ ist des anderen Leid: Während Wohnungssuchende und Familien, die ein Haus kaufen wollen, über stetig steigende Mieten und Kaufpreise in Lüneburg stöhnen, steigt die Rendite für Investoren und Vermieter.

Das dokumentiert der aktuelle Immobilienmarktbericht 2017/2018 des Immobiliendienstleisters Planet Home.

„Die Mieten und Preise am Lüneburger Wohnungsmarkt sind in den letzten Jahren stark gestiegen und konnten 2016 die Steigerungsraten der Vorjahre übertreffen“, heißt es in dem Dossier. Für eine Neubauwohnung in der 74 000-Einwohner-Stadt verlangen Vermieter im Schnitt 9,50 Euro pro Quadratmeter, in guter Lage bis zu 11,50 Euro. Für bestehende Wohnungen werden 8,50 Euro fällig, teilweise bis 9,50 Euro.

Wie hoch die Belastung für Lüneburger und Neubürger ist, macht der Langzeitvergleich sichtbar: Seit 2005 stiegen die Mieten für Neubauwohnungen um 36 Prozent (Bestandswohnungen: plus 37 Prozent). Eigentumswohnungen verteuerten sich in diesem Zeitraum sogar um 59 Prozent. Im Durchschnitt wurden 3250 Euro je Quadratmeter gezahlt (bis 4100 Euro), für bestehenden Wohnraum 2200 Euro (3100 Euro). Zum Vergleich: Im niedersächsischen Landesdurchschnitt kostete die Neubauwohnung 2435 Euro pro Quadratmeter, die Neubaukaltmiete betrug 7,82 Euro (6,28 Euro in Bestandswohnungen). Ähnlich ist die Entwicklung bei Häusern. Ein durchschnittliches bestehendes Einfamilienhaus kostet in Lüneburg und Umgebung 300 000 Euro, was einem Preisanstieg um 31 Prozent seit 2005 entspricht. Für ein Reihenhaus sind 230 000 Euro zu berappen – macht eine Preisexplosion um 53 Prozent.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. In dem Bericht wird die wirtschaftliche Dynamik der Metropolregion Hamburg genannt, aber auch die Universität Lüneburg. „Seit 2011 gewann die Stadt im Schnitt 700 Einwohner pro Jahr hinzu“, heißt es. Bis 2035 soll sich die Einwohnerzahl stabil entwickeln. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte zu. Pro Jahr entstehen aber „nur“ 170 neue Wohnungen in Lüneburg, davon 62 Prozent in Mehrfamilienhäusern. Dieser Wert liegt unter dem Wert vergleichbarer Städte (195). Nur 2,9 Prozent der Wohnungen stehen leer (Landesschnitt: 5,4 Prozent).

Von Gerhard Sternitzke

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