Weihnachtsbaum-Erzeuger kämpfen mit der Trockenheit / Vor allem Setzlinge sterben ab

Der Tanne ist es zu heiß

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Abgestorbenes Pflänzchen in der Weihnachtsbaum-Plantage von Patrick Hartig in Bienenbüttel. Die Wurzeln der jungen Bäumchen sind nicht immer groß genug, um die Dürre zu überstehen.

Bienenbüttel/Vastorf. Weihnachten ist zwar gefühlt noch in weiter Ferne, aber bei den Weihnachtsbaum-Erzeugern in der Region ist jetzt schon Bescherung. Vor allem die Setzlinge leiden laut Weihnachtsbaumerzeuger Patrick Hartig unter der Hitze und Trockenheit und sterben ab.

„Im ersten Jahr sind die Pflanzen besonders empfindlich, weil sie noch kein größeres Wurzelsystem ausgebildet haben“, erklärt Hartig. Die älteren Bäume hingegen verfügten über größere Pfahlwurzeln und gelangten so besser an Wasser und Nährstoffe. Die Faustregel: Eine zwei Meter hohe Tanne hat auch genauso tiefe Wurzeln.

Aber auch den älteren Bäumen in den Schonungen setzen Hitze und Trockenheit des Sommers zu. „Die Hitze setzt allen Tannen zu, sie wachsen bis zu 50 Prozent weniger als in normalen Jahren. Wir hoffen alle auf Regen“, berichtet Hartig, der in Bienenbüttel und Vastorf Plantagen besitzt und die selbstgezogenen Bäume zu Weihnachten verkauft. Um den kompletten Verlust von Pflanzen und ganzen Pflanzungen zu verhindern, helfe nur das Bewässern der Bäume. „Dort, wo man nicht oder nur schlecht bewässern kann, können die Bäume auch absterben“, erklärt Hartig. Probleme bei der Bewässerung hätten in der Regel vor allem kleinere Betriebe. „Die wirklich großen haben ausgeklügelte Technik auf ihren Feldern“, sagt Hartig. Er selbst habe das Glück, dass ein Landwirt seine Schonung in Bienenbüttel regelmäßig bewässere, und auch in Vastorf stünden die Pumpen auf den Feldern nicht still.

Ein weiteres Problem ist, dass die Tannen durch die Trockenheit nur schlecht Nährstoffe und Dünger aufnehmen können und auf diese Weise zusätzlich in ihrem Wachstum gehemmt werden. „Der Dünger braucht Feuchtigkeit, um in den Boden zu gelangen. Damit die Wurzeln die Nährstoffe überhaupt aufnehmen können“, erklärt Hartig.

Dass mit den gestiegenen Bewässerungskosten auch die Kosten für den Weihnachtsbaum in diesem Jahr steigen werden, glaubt Hartig indes nicht. „Die Preise werden im Frühjahr festgelegt, und die Bäume, die dieses Jahr verkauft werden, sind ja nicht erst ein Jahr alt, sondern wachsen schon länger auf den Plantagen.“ Wirkliche Auswirkungen auf den Preis könnte die jetzige Dürre höchstens in mehreren Jahren haben, wenn die jetzt verlorengegangenen Setzlinge nicht als ausgewachsene Weihnachtsbäume zur Verfügung stehen.

Von Lars Lohmann

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