Monika Scherf tritt heute in Lüneburg ihr Amt als Landesbeauftragte für Regionalentwicklung an

Der Tag, an dem der Anruf kam

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Monika Scherf ist gerade erst seit 22 Monaten Kreisrätin im Winsener Kreishaus. Heute tritt sie ihr Amt als neue Landesbeauftragte für Regionalentwicklung in Lüneburg an. 

Lüneburg/Winsen. Den 20. November wird Monika Scherf nicht so schnell vergessen. An dem Tag stürzte die begeisterte Radfahrerin so unglücklich, dass sie sich den Ellenbogen brach.

Es war auch der Tag, an dem sie erfuhr, dass sie neue Landesbeauftragte für Regionalentwicklung in Lüneburg wird, zuständig für elf Landkreise zwischen Cuxhaven und Celle, darunter auch den Landkreis Uelzen. Gestern führt die Kreisrätin des Landkreises Harburg noch letzte Gespräche mit Abteilungsleitern im Winsener Kreishaus. Die Bilder in ihrem Büro hat sie am Wochenende mit ihrem Mann abgehängt. Heute ist ihr erster Arbeitstag im Lüneburger Behördenzentrum.

Als ehrgeizig mag sich die 53-Jährige Lüneburgerin nicht bezeichnen, die erst 2016 auf acht Jahre zur Kreisrätin in Winsen gewählt wurde. Zuvor musste die Diplom-Ingenieurin für Raumplanung ihren Platz als erste Kreisrätin beim Landkreis Lüneburg räumen, nachdem sie gegen ihren Dienstherrn Manfred Nahrstedt (SPD) kandidiert hatte. Sie unterlag 2012 in der Landratswahl mit knapp 40 Prozent der Stimmen und suchte sich eine neue Aufgabe. Im Winsener Kreishaus leitet sie den Fachbereich Bauen und Umwelt. Frühere berufliche Stationen der geborenen Triererin, die mit dem früheren Bremer Bürgermeister Henning Scherf nicht verwandt ist, waren die Hansestadt Bremen, die Bezirksregierung Lüneburg und die N-Bank.

„Das sind Entwicklungen, die das Leben nimmt“, sagt Monika Scherf. Der neue Karriereschritt sei nicht geplant gewesen, sie habe sich auch nicht darum beworben, sondern sie sei gefragt worden. „Und plötzlich kommt der Anruf“, erzählt sie. „Ich bin immer noch überrascht.“ Das Amt der Landesbeauftragten ist ein politisches Amt. Scherfs Vorgängerin Jutta Schiecke von den Grünen wird heute verabschiedet. Die bis dahin parteilose Monika Scherf hat die CDU vorgeschlagen. Jetzt besitzt sie ein Parteibuch.

Anders als Bürgermeister und Landräte steht die Landesbeauftragte für Regionalentwicklung nur selten in der Öffentlichkeit, sie sitzt aber an einer wichtigen Schaltstelle, vor allem was EU-Fördermittel und die Regionalplanung angeht. Das Amt für regionale Landesentwicklung mit seinen 190 Mitarbeitern entscheidet mit, wie viele Windräder errichtet werden, ob Orte wachsen dürfen und wo große Einkaufsmärkte gebaut werden können. „Die Entwicklung so steuern, dass gutes Leben möglich ist“, so umreißt die 53-Jährige die Aufgage. „Ich hab’ richtig Lust darauf.“

Von Gerhard Sternitzke

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