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Südafrikanerin Swelisha Xaba arbeitet für ein Jahr in Bienenbütteler Kindergarten

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Von: Jannis Wiepcke

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Die 29-jährige Südafrikanerin Swelisha Xaba steht vor dem Eingang des St.-Michaelis-Kindergartens in Bienenbüttel.
Die 29-jährige Südafrikanerin Swelisha Xaba steht vor dem Eingang des St.-Michaelis-Kindergartens in Bienenbüttel. Hier arbeitet sie seit fast drei Monaten. © Wiepcke

Swelisha Xaba aus Südafrika arbeitet nun seit fast drei Monaten im St.-Michaelis-Kindergarten. Sie hat der AZ einen Einblick in ihren Berufsalltag gewährt und erzählt, warum sie in die Einheitsgemeinde gekommen ist. 

Bienenbüttel – Fremde Sprache, fremde Kultur: Es kostet ganz schön Überwindung, sich dafür zu entscheiden, ein ganzes Jahr im Ausland zu arbeiten. „Am meisten Angst hatte ich aber vor der Kälte“, sagt Swelisha Xaba, die derzeit knapp 9320 Kilometer von ihrer südafrikanischen Heimatstadt Estcourt entfernt im St.-Michaelis-Kindergarten in Bienenbüttel arbeitet. Ihr sonniges Gemüt hat sie trotz des deutlichen Temperaturunterschieds behalten – das erleichtert die Verständigung in der ungewohnten Umgebung enorm.

„Sie ist wirklich total nett und lieb mit den Kindern“, freut sich Erzieherin Karina Widling über ihre südafrikanische Kollegin. In den knapp zwei Monaten und drei Wochen, die Xaba nun in der Einheitsgemeinde sei, habe sie beim Deutschlernen erstaunlich schnell Fortschritte gemacht. Die 29-Jährige aus Estcourt drückt es dagegen etwas bescheidener aus: „Als ich hier angekommen bin, habe ich kaum etwas verstanden. Es hat etwas gedauert, aber ich glaube, die Kinder haben sich mittlerweile ganz gut an mich gewöhnt.“

Die wöchentlichen Deutsch-Kurse, die sie in Lüneburg besucht, und das tägliche Sprachtraining im Kindergarten haben Xaba dabei zusätzlich geholfen. Sie arbeitet in der Elefanten-Gruppe der Bienenbütteler Tagesstätte – die Stoßzähne des Tieres findet man auch im Wappen Südafrikas wieder. In der Kita beaufsichtigt Xaba die Kinder, hilft ihnen beim Anziehen und betätigt sich in der Küche.

Ganz im Gegensatz dazu macht die Südafrikanerin in ihrer Heimat gerade einen Abschluss im Marketing. Das sogenannte „Gap Year“, also eine Art Auszeit während des Studiums, habe sie nutzen wollen, um einmal eine gänzlich andere Kultur- und Lebensart kennen zu lernen, erzählt Xaba. Deutschland sei daher die perfekte Wahl gewesen, nach Bienenbüttel habe sie dann ein Austauschprogramm ihrer Kirche geführt.

„Ich hoffe, dass ich an dieser Aufgabe wachse“, erklärt die Südafrikanerin. Von ihrer Tätigkeit im Bienenbütteler Kindergarten sollen auch die Mädchen und Jungen in ihrem Heimatlandprofitieren, die die 29-Jährige mit viel Herzblut für eine Non-Profit-Organisation betreut: „Mein Ziel ist es, die Kinder dort von den Straßen zu bekommen“, erklärt Xaba. „Ich möchte ihnen davon erzählen, wie andere Kinder aufwachsen. Vielleicht hilft ihnen das.“

Noch bis Februar wird Swelisha Xaba deshalb in Bienenbüttel arbeiten, danach geht es wieder zurück nach Südafrika. Was sie bisher für Eindrücke aus Deutschland mitnimmt? „Man kümmert sich hier sehr stark um die Natur“ entgegnet die 29-Jährige. Beim Besuch eines Gottesdienstes habe sie darüber hinaus festgestellt, dass die Deutschen zurückhaltender und nicht so ausgelassen wie in Südafrika seien. Etwas Zeit bleibt Xaba ja aber noch, um die Bienenbütteler mit ihrer Lebensfreude anzustecken.

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