Bienenbüttel: Herbergsverein, Kirche und Schule machen sich Gedanken über Jugendzentrum

Suche nach einem Zukunftsmodell

Die Einrichtung für Kinder und Jugendliche an der Ebstorfer Straße hat einen neuen Treppenaufgang bekommen. Wie ist es um die Angebote bestellt? Foto: Wendtland

Bienenbüttel. „Das Jugendzentrum ist nicht unbedingt das Modell der Zukunft“, findet Helene Hepner. Die Sozialarbeiterin betreut noch bis Dezember Kinder und Jugendliche im Jugendzentrum (JUZ) Bienenbüttel.

Dann verlässt sie die Einrichtung (die AZ berichtete) und kehrt aus privaten Gründen in ihre Heimatstadt nach Osnabrück zurück.

Wer sich danach um die jungen Besucher des JUZ kümmert, ist noch nicht bekannt. Der Herbergsverein in Lüneburg als Träger der Einrichtung bemüht sich aber um die Nachfolge. „Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren. Wir werden demnächst wohl eine Besetzung vornehmen“, sagt Geschäftsführer Michael Elsner gegenüber der AZ.

Damit wäre dann die Personalfrage geklärt; offen bleibt jedoch, wie das Konzept der Zukunft aussieht, zumal die Besucherzahlen zurückgegangen sind. „Als ich 2010 angefangen habe, kamen pro Tag 15 bis 20 Besucher“, sagt Betreuerin Hepner. Diese Zahl habe sich bis zu den Sommerferien dieses Jahr gehalten. Danach sei der Wert auf acht bis 15 geschmolzen. „Von denen kommen einige noch zum offenen Treff und spielen zum Beispiel Billard“, beschreibt Hepner. Überwiegend seien es Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien, die das Jugendzentrum an der Ebstorfer Straße aufsuchen. „Wir haben aber auch zwei Gäste aus deutschen Familien.“ Das Alter der jungen Besucher schwankt zwischen neun und 15 Jahren.

Auch vor dem Kontext der begrenzten Kosten müsse über ein zukünftiges Konzept gesprochen werden, meint Bürgermeister Heinz-Günter Waltje. „Wir als Gemeinde zahlen pro Jahr 50 000 bis 60 000 Euro für das Jugendzentrum.“ Diese Mittel könne man nur einmal ausgeben.

Kämmerer Frank Hagel präzisiert und schlüsselt den Betrag auf: „Die Gemeinde zahlt an den Herbergsverein einen konstanten Betriebszuschuss von 47 000 Euro.“ Darin enthalten sind zum Beispiel Strom- und Wasserkosten.

Trotz des Zuschusses sei im Gemeinderat nie über eine Schließung des JUZ diskutiert worden, sagt Waltje.

Über die Zukunft der Einrichtung machen sich derzeit verschiedene Köpfe ihre Gedanken. Dazu gehört zum Beispiel der Herbergsverein. „Im Kern geht es darum, wie man in Zukunft mit anderen Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten kann“, beschreibt Michael Elsner. Ein Schlagwort, das der Geschäftsführer erwähnt, ist die Vernetzung mit der Schulsozialarbeit. „Wir sind mit der Schulleitung der Grundschule in Bienenbüttel im Gespräch, wie wir unsere Zusammenarbeit intensiver verknüpfen können“, sagt Elsner. Dabei gehe es um die Frage, wie die Ganztagsschule in das Jugendzentrum integriert werden könne. Ein Diskussionspunkt sei ebenfalls die offene Jugendarbeit. „Das geht in Richtung themenorientierte Projekte wie Sportangebote“, erklärt Elsner. Bürgermeister Waltje setzt bei der ganzen Diskussion auf den Rat der Fachleute. „Sie müssen uns sagen, was die beste Betreuung von Jugendlichen ist.“

Pastor Jürgen Bade von der St.-Michaelis-Kirchengemeinde, die das Jugendzentrum mitträgt, spricht von einer inhaltlichen Arbeit. „Man kann zum Beispiel eine spezielle Gruppe für Jungen und Mädchen anbieten.“ Zum Stichwort Gemeindesozialarbeit meint Bade: „Man muss das gesamte Umfeld berücksichtigen, wozu auch die Familie gehört.“

Helene Hepner rät: „Auf jeden Fall müsse man auf Vernetzung mit der Schule setzen.“

Von Volker Althoff

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