Wismarer Architekten-Nachwuchs soll Ideen für Millionen-Projekt in Bienenbüttel entwickeln

Studenten planen Mehrzweckhalle

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Im Dezember 2016 verfolgten die Mitglieder des Bienenbütteler Gemeinderats einen virtuellen Rundgang durch eine umgebaute Ilmenauhalle. Nun sollen Wismarer Architekturstudenten Vorschläge für einen Neubau machen.

Bienenbüttel. Es ist das größte Projekt der nächsten Jahre: Bienenbüttel soll eine neue Mehrzweckhalle bekommen. Ein Vorhaben, das die Gemeinde nicht allein finanzieren kann. Fördermittel sind bereits beantragt.

Die vor Jahren geschätzten Baukosten von 2,6 Millionen Euro sind vermutlich überholt. Bevor ein Architekt beauftragt wird, sollen Architekturstudenten der Hochschule Wismar Ideen für einen Neubau entwickeln.

„Wir müssen sowieso jedes Jahr eine Aufgabenstellung für die Studenten machen“, sagt Dr. Matthias Kathmann, Lehrbeauftragter an der Hochschule und beratendes Mitglied der KA im Bienenbütteler Bauausschuss. „Für die Studenten ist es schön, ein bisschen Praxis-Luft zu schnuppern.“ Die 60 Nachwuchs-Architekten, die vor dem Bachelor-Abschluss stehen, haben ab März 16 Wochen Zeit, in Arbeitsgruppen Vorschläge zu machen.

„Wir sind ganz am Anfang“, betont Kathmann. Grundlage der Arbeiten sollen die Wünsche der Gemeinde und der Vereine für den Neubau sein. Bekannt ist: Der TSV Bienenbüttel wünscht sich wettkampffähige Spielfelder, eine Zuschauertribüne und zeitgemäße Sanitäranlagen. Derzeit können Handballspiele in der Ilmenauhalle nur noch mit Sondergenehmigung stattfinden. Die Zuschauer sitzen direkt in der Schusslinie.

Studenten von Kathmann hatten schon einmal Entwürfe vorgelegt. Damals ging es allerdings um Möglichkeiten für einen Umbau. Sie hatten sogar einen virtuellen Rundgang erarbeitet, der im Dezember 2015 im Gemeinderat gezeigt wurde. In dieser Sitzung hatten die Kommunalpolitiker einstimmig beschlossen, Fördermittel zur Planung eines Neubaus zu beantragen.

„Wir untersuchen, was auf dem Grundstück möglich ist“, erklärt Kathmann. Die Zeichnungen und Modelle, die seine Studenten erstellen, sollen nach seinen Worten als Anregung dienen. „Wir wollen nicht in Konkurrenz zu Architekten treten.“

Finanziert werden soll der Neubau mit Hilfe des Programms Kleinere Städte und Gemeinden. Im gemeinsamen Entwicklungskonzept mit der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf steht die Mehrzweckhalle auf Platz eins der Prioritätenliste. Die Gemeinde übernimmt deshalb auch die Geschäftsführung bei dem Förderprogramm.

Von Gerhard Sternitzke

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