„Streichkonzert“ im Wehr-Etat

Damit die Einsatzkräfte geschützt sind, müssen sie bei Gefahrguteinsätzen so genannte CS-Anzüge tragen. Archivfoto: Ph. Schulze

Bienenbüttel. Die Lage ist ernst im ersten doppischen Haushalt der Gemeinde Bienenbüttel. Daran blieb in der Sitzung des Feuerwehrausschusses am Dienstagabend kein Zweifel.

Und so rangen Fraktionen und Feuerwehrvertreter auch um jeden Posten, der auf der Liste mit für dieses Jahr geplanten Investitonen steht. Acht Positionen mit Anschaffungen in Höhe von insgesamt 83 500 Euro waren dort aufgeführt. Gewährt wurden am Ende drei Maßnahmen mit – aus Sicht der Feuerwehrführung – oberster Priorität im Wert von 20 700 Euro.

Dieser Entscheidung vorangegangen war unter dem resoluten Vorsitz von Georg Merlin Franke (CDU) eine engagierte, aber zu jeder Zeit konstruktive Debatte über das, was sich die Gemeinde Bienenbüttel im Hinblick auf den Feuerwehrbereich noch leisten kann und will. In diesem Jahr sollen es vier Atemschutzgeräte für die Feuerwehr Eitzen I sein, zwei CS-Anzüge für Bienenbüttel und zwei Funkgeräte (2m-Band). Wünsche wie ein Jet-Float-System für die Wasserrettung oder ein Schlafzelt für die Jugendfeuerwehr sowie eine Tragkraftspritze für die Wehr Hohenbostel, die erste Rate für einen neuen Einsatzleitwagen und ein neuer Mannschaftstransportagen für Varendorf-Bornsen fielen in diesem Jahr vorerst dem Rotstift zum Opfer.

Der Gemeindebrandmeister Manfred Zaiser gab eindringlich zu bedenken, dass alle Anschaffungen nicht für die Feuerwehrkameraden getätigt würden, sondern für die Sicherheit der Einsatzkräfte und Bürger. „Die Feuerwehrleute sind quasi ehrenamtliche Mitarbeiter der Gemeinde.“ Außerdem seien die Feuerwehren in der Vergangenheit sehr bewusst mit dem Geld der Gemeinde umgegangen, hätten oft Budgets nicht ausgeschöpft und würden dies auch in Zukunft anstreben.

Dennoch: CDU und SPD konnten offensichtlich nicht aus ihrer Haut. So hatte die CDU-Frakion gar in Erwägung gezogen, für dieses Jahr sämtliche Zuschussanträge rigoros abzulehnen, dies dann aber doch verworfen. Weil man natürlich die Notwendigkeit für gewisse Dinge sehe, wie Andreas Feige für die Christdemokraten erklärte. Sein Vorschlag, angesichts der angespannten Haushaltslage lediglich Investitonen in Höhe von 20 000 Euro für die Feuerwehren zu tätigen – mit den wichtisten drei Maßnahmen auf der Prioritätenliste sind es nun 700 Euro mehr geworden–, konnte sich durchsetzen. Denn auch Thomas Weigelt plädierte im Namen der SPD dafür, nur das anzuschaffen, was absolut notwendig sei.

Allein Karl-Heinz Braunholz (KA) lehnte diesen Sparkurs ab und befürwortete das komplette 83 500-Euro-Paket: „Diese Investitonen sind nicht zum Vergnügen der Feuerwehrleute gedacht, sondern für die Sicherheit aller“, sagte er. Er jedenfalls wolle nicht, dass die Feuerwehren wegen ein paar tausend Euro nicht in der Lage sind, im Ernstfall ihre Arbeit zu verrichten. Braunholz: „Das kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.“

Der Vorsitzende Georg Merlin Franke wollte aber noch einen Schritt weiter in die andere Richtung gehen. „Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir noch weniger gewähren als die ersten drei Positionen auf der Prioritätenliste“, sagte er, der selber Feuerwehrmann und mit den Blauröcken praktisch groß geworden ist. „Ich habe nämlich Angst um unsere Gemeinde“, begründete er, denn nur eine finanziell gesunde Gemeinde könne sich beispielsweise gegen eine Zwangsfusionierung wehren. „Oberstes Ziel“, appellierte Franke, „muss der Erhalt der Gemeinde sein. Denn machen wir uns nichts vor: Sollte es zu einer Fusion kommen, würden auch Feuerwehren flöten gehen...“

Von Ines Bräutigam

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