Stellungnahme Bienenbüttels zum Überschwemmungsgebiet mit mehreren Anregungen

Gemeinde will sicheren Neubau

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Insbesondere dort, wo die Hochwassergrenze durch Gebäude führt, soll sie begradigt werden. Sichtbar in der Grafik sind die Ilmenau (tiefblau) sowie das mit einer roten Linie begrenzte Hochwassergebiet bei der Kirche. Östlich der Niendorfer Straße „durchschneidet“ die Hochwassergrenze Gebäude. Grafik: Landkreis Uelzen

Bienenbüttel. Einige Punkte zum Nachbessern sieht die Einheitsgemeinde Bienenbüttel an dem Überschwemmungsgebiet, das der Landkreis Uelzen derzeit durch die Gemeinden begutachten lässt.

Gerade was den Neubau von sanierungsbedürftigen Gebäuden oder die Instandhaltung von Bänken oder Spielgeräten betrifft, will die Nordgemeinde mehr Kulanz in den bisherigen Regeln, die für Bauwerke innerhalb des vom Landkreis vorgeschlagenen Überschwemmungsgebietes gelten. Außerdem sollen ausgedehnte „Beulen“ des Überschwemmungsgebietes begradigt werden.

Diskussionslos segneten die Ratsleute Bienenbüttels die Stellungnahme der Verwaltung über das Überschwemmungsgebiet ab. Nötig geworden war die Stellungnahme durch die Neufestsetzung des Überschwemmungsgebietes: Der Landkreis hat dafür Daten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasser-, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) umgesetzt und nach Vorlage des Betriebs in eine Karte eingearbeitet. Diese zeigt die Grenze desjenigen Hochwassers, das in seiner Stärke statistisch nur einmal in hundert Jahren auftreten würde. In diesem Gebiet gelten gewisse Einschränkungen für den Bau oder Neubau von Geräten und Häusern. Für viele Bauvorhaben wäre somit eine Sondergenehmigung nötig – wenn sie überhaupt errichtet werden dürfen.

Ohne weitere Genehmigung könnten nach derzeitigem Verordnungsentwurf ortsfeste Bänke, Sitzgruppen oder Spielgeräte aufgestellt werden, wenn sie nicht mehr als 50 Meter von einem dazugehörigen genehmigten Gebäude stehen. Das gelte nach der Definition nicht für Bänke am Ilmenaupfad – ebensowenig für einen Spielplatz im Überschwemmungsgebiet. Hier fordert die Gemeinde nach jetzigem Beschluss des Bauausschusses, dass diese Bänke und Geräte keine Ausnahmeregelung brauchen.

Außerdem will der Ausschuss samt Gemeinde, dass marode Bauten genehmigungsfrei sind, wenn eine Sanierung unmöglich oder finanziell unsinnig sei. Bisher gelten nur Neubauten nach zerstörerischen Naturereignissen, Bränden oder anderen außergewöhnlichen Umständen als genehmigungsfrei. „Eine gegenteilige Entscheidung könnte sich wertmindernd auswirken“, so heißt es in dem Beschluss dazu.

Darüber hinaus regt die Gemeinde Bienenbüttel an, die in den Karten sichtbaren „Beulen“ oder „Nasen“ – es sind zum Teil in Wohngebiete hineinreichende Ausstülpungen des Hochwassergebietes – zu begradigen. Das gelte insbesondere für die Bereiche, in denen die Hochwassergrenze durch Gebäude führt.

Von Kai Hasse

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