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Steigende Strom- und Gaspreise: Bienenbütteler über ihre Sparmaßnahmen

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Von: Jannis Wiepcke

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Gasumlage Gas
Egal ob Gas, Strom, oder Öl – alles wird im Moment teurer. Es gibt aber verschiedene Wege, mit der Situation umzugehen, wie die Umfrage der AZ in Bienenbüttel zeigt. © Hauke-Christian Dittrich

Wie gehen die Bienenbütteler Bürger mit der Energiekrise um? Welche Sorgen und Ängste haben sie? Und an welchen Ecken und Enden sparen sie? Die AZ hat gestern in Bienenbütteler Meinungen dazu eingeholt.

Bienenbüttel – Die steigenden Preise für Öl, Gas und Strom haben sowohl die Bundes- als auch die Kommunalpolitik dazu veranlasst, eine Vielzahl von Maßnahmen zu verabschieden, mit denen Energie eingespart werden soll. In der Einheitsgemeinde werden beispielsweise die Wassertemperatur im Waldbad abgesenkt und die Leuchtzeiten der Laternen verkürzt. Doch wie beurteilen Privatpersonen die Situation? Wähnen sie sich überhaupt in einer Energiekrise? Und wenn ja, wie beeinflusst das ihren Energieverbrauch? Die AZ hat mit Bürgern über das Thema gesprochen und dabei ganz unterschiedliche Haltungen zu hören bekommen.

„Sicherlich beunruhigt mich das“, sagt etwa Gerd Richter aus Hohenbostel. Die jetzigen Preissteigerungen für Strom und Gas hält er bereits für belastend genug. Erschwerend kommt für ihn jedoch hinzu, dass mit Blick auf einen drohenden Energieversorgungsnotstand im Winter kein einheitlicher Lösungsansatz ersichtlich ist: „Das Problem für mich ist, dass man sehr widersprüchliche Informationen aus der Politik und den Medien bekommt“, erklärt er und nennt das aus seiner Sicht intransparente Zustandekommen der Gasumlage, die am 1. Oktober eingeführt werden soll als Beispiel. Der Hohenbosteler hat sich daher dazu entschlossen, das Heft des Handelns selber in die Hand zu nehmen. „Die Sparmaßnahmen, die mit wenig Aufwand möglich sind, setze ich auch um“, erklärt Richter. Beispielsweise stellt er die Warmwassertemperatur nicht mehr so hoch wie früher ein und verwendet immer häufiger Holz statt Öl zum Heizen.

Ebenfalls besorgt zeigt sich die 84-jährige Elfie Erfurt – und das, obwohl sie und ihre Familie in der aktuellen Situation besser aufgestellt sind als manch anderer: „Wir haben noch eine alte Holzheizung – so lange wir noch Holz haben, heizen wir damit“, sagt sie. Aber: Auch die Nachfrage nach Brennholz steigt stark an. „Nach den 20 Festmetern springt die Heizung dann auf Öl um“. Erfurt geht davon aus, dass auch sie in diesem Winter weniger heizen wird.

Klaus Meier aus Weil am Rhein verbringt seinen Urlaub in Bardenhagen und muss sich daher ausnahmsweise nicht für seinen Energieverbrauch verantworten. „Sorgen macht mir das als Rentner aber schon“, sagt er. Er versucht schon jetzt im Urlaub, so viele Strecken wie möglich mit dem E-Bike zurückzulegen und möchte diese Angewohnheit auch mit in seine baden-württembergische Heimat transportieren. Ein weiterer Tipp, den er gibt, lautet: Im Winter die Türen geschlossen halten, um nicht zu viel Wärme entweichen zu lassen.

Weitere Bienenbütteler, die die AZ am Freitag trifft, haben dagegen keine großen Ängste im Hinblick auf die steigenden Strom, Gas- und Ölpreise. Was sie eint: Der weitreichende Verzicht auf den Einsatz von fossilen Brennstoffen. Neben Wärmepumpen verwenden einige von ihnen auch Brennholz, das sie selber einschlagen – so wie die 62-jährige Birgit Hartig aus Wichmannsburg. „Wir sind autark“, sagt sie. Das Holz verwenden sie und ihr Mann beispielsweise für den Küchenofen. Mittlerweile fragen aber auch schon ab und zu die Nachbarn an, ob sie nicht ein Stück Holz abbekommen können.

Einige Befragte waren auch der Meinung, dass die Situation deutlich weniger dramatisch sei, als sie in den Medien dargestellt werde – von einer „Energiekrise könne nicht gesprochen werden. Die entsprechenden Personen wollten aber nicht mit ihrem Namen in der Zeitung genannt werden.

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