Autofahrer meiden B 4-Umleitung

Neu Steddorfer beklagen starke Zunahme des Verkehrs: „Das erleben die Jelmstorfer jeden Tag“

Seitdem die Bundesstraße 4 bei Jelmstorf gesperrt ist, nutzen zahlreiche Lkw-und Autofahrer den Weg durch Neu Steddorf. Die weiträumige Umleitung wird dagegen von vielen gemieden.
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Seitdem die Bundesstraße 4 bei Jelmstorf gesperrt ist, nutzen zahlreiche Lkw-und Autofahrer den Weg durch Neu Steddorf. Die weiträumige Umleitung wird dagegen von vielen gemieden.

Neu Steddorf – Ein Gespräch mit dem Nachbarn am Gartenzaun – in Neu-Steddorf zurzeit kaum möglich. Im Minutentakt donnern die Lkws und Autos die Straße entlang. „Haben Sie einen Lärmschutz mitgebracht?“, fragt ein Anwohner.

Obwohl an beiden Seiten Autos parken, wird ordentlich Tempo gemacht. 50 km/h fährt kaum jemand.

Schuld am derzeitigen Verkehrsaufkommen ist die gesperrte Bundesstraße 4 bei Jelmstorf. Seit dem 16. Juli ist die Straße dort dicht. Eine Umleitung ist eingerichtet, wird aber offensichtlich von vielen Fahrern ignoriert. Aus Richtung Lüneburg soll der Verkehr ab Melbeck über die Landesstraße 233 bei Ebstorf, die Bundesstraße 71 und die Kreisstraße 8 bei Uelzen auf die Bundesstraße 4 bei Lüneburg umgeleitet. Der aus Uelzen kommende Verkehr wird weiträumig ab Bad Bevensen über die L 252 und L 232 nach Dahlenburg und über die B 216 zurück auf die B 4 bei Lüneburg umgeleitet.

Die Krux: Offensichtlich ist vielen die Umleitung zu weit-räumig, sodass die Strecke über Neu Steddorf nach Ebstorf als Abkürzung genutzt wird. „Es ist nicht auszuhalten, vor allem am Abend“, sagt eine Frau, die gerade mit ihrem Hund spazieren geht. Das Tier schaut ein bisschen verängstigt ob der großen Laster, die ziemlich laut an ihm vorbeizischen. Ein Anwohner, der mit seiner Familie am Dr.-Kirschke-Weg wohnt, ist mit seinen Töchtern unterwegs. „Der Verkehr hat so zugenommen, das ist nicht schön. Ich bin froh, dass wir bald in den Urlaub fahren“, sagt er. Er wolle ein bisschen mehr Ruhe genießen.

Manche Anwohner haben Angst, wenn sie aus ihrer Einfahrt fahren und ein Auto mit schnellem Tempo hinter ihnen auftaucht. Oder sie fürchten sich, auf ihr Grundstück abzubiegen. „Die sehen das zu spät und dann kracht es“, fürchten andere.

Was sie genau dafür tun können, um den Verkehr zu bremsen, wissen weder die Neu Steddorfer noch die Steddorfer. Auch die verkehrsberuhigenden Maßnahmen – an den Ortseingängen wurden Verschwenkungen gebaut – tragen nach Meinung einiger Steddorfer nicht zur Temporeduzierung oder Beruhigung des Verkehrs bei. „Die geben in der Mitte des Dorfes ordentlich Gas“, beklagen sich Anwohner.

Matthias Schild, Leiter des Straßenverkehrsamtes Uelzen, erklärt, es sei leider üblich, dass sich der Verkehr auf andere Ausweichstrecken verteile. „Die Steddorfer Straße gehört als Kreisstraße zum klassifizierten, also überörtlichen Straßennetz und kann somit vom Lkw-Verkehr genutzt werden“, sagt Schild. Auch andere Orte wie Wichmannsburg seien vom Ausweichverkehr stark betroffen. „Es ist kein Trost für die Anwohner“, meint der Amtsleiter, „aber die ak- tuelle Situation in Steddorf erleben die Jelmstorfer jeden Tag.“ VON NICOLE LÜTKE

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