Staatsanwaltschaft Oldenburg sieht kein vorsätzliches und fahrlässiges Handeln

Sprossenhof: Verfahren eingestellt

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Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Biohofs in Bienenbüttel wegen der mit EHEC-Keimen belasteten Sprossen eingestellt.

dpa/ib Bienenbüttel/Oldenburg. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Biohofs in Bienenbüttel wegen der mit EHEC-Keimen belasteten Sprossen eingestellt.

„Für den Fall, dass die Sprossen aus dem Betrieb in Bienenbüttel tatsächlich Herd der EHEC-Infektionen waren, wäre den Verantwortlichen des Biohofs dies jedenfalls strafrechtlich nicht vorzuwerfen“, teilte gestern eine Sprecherin der Behörde mit.

Es hätten sich keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Geschäftsführer frühzeitig Kenntnis von einer Verunreinigung erhalten und die Sprossen trotzdem weiter vertrieben hätten, hieß es weiter. Da die Verantwortlichen des Hofs die gesetzlichen Anforderungen im Lebensmittelbereich erfüllt hätten und es eine Verpflichtung zur Überprüfung auf EHEC-Erreger nicht gebe, sei ihnen weder vorsätzliches noch fahrlässiges Verhalten nachzuweisen. Wie berichtet, hatte ein Mann aus Münster die Betreiber des Hofes angezeigt, der selbst nicht an EHEC erkrankt ist.

Der Biohof in Bienenbüttel ist weiterhin gesperrt. „Erst wenn alle Untersuchungen in Niedersachsen abgeschlossen sind, werden wir den nächsten Schritt machen“, erklärte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Dann könnte die Sperrung unter bestimmten Auflagen wieder aufgehoben werden. Dazu gehörte eine gründliche Desinfektion der Anlage.

Als wahrscheinlicher Auslöser der EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich gilt ägyptischer Bockshornkleesamen. Er war nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums über Zwischenhändler auch an den Sprossen-Hof in Bienenbüttel geliefert worden.

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