Umsatzeinbuße beim Forellenhof in Grünhagen

Sperrung der B 4 in Jelmstorf: „Trifft uns hier härter als die Corona-Krise“

„Ich will nicht rumjaulen oder stöhnen“, sagt Forellenhof-Inhaberin Christine Püchert. Doch die Sperrung der B 4 in Jelmstorf macht ihr zu schaffen. Etwa 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz macht sie aktuell – weil die Urlauber nicht durch Grünhagen fahren.
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„Ich will nicht rumjaulen oder stöhnen“, sagt Forellenhof-Inhaberin Christine Püchert. Doch die Sperrung der B 4 in Jelmstorf macht ihr zu schaffen. Etwa 30 bis 40 Prozent weniger Umsatz macht sie aktuell – weil die Urlauber nicht durch Grünhagen fahren.

Grünhagen – Die Sommerferien schwemmen jedes Jahr Urlauber zum Forellenhof in Grünhagen, die mit ihren Autos aus dem Süden in Richtung Nordsee auf der Bundesstraße 4 fahren. Auf dem Hinweg holen sich viele Fisch raus, um diesen mitzunehmen.

Auf dem Rückweg machen sie dann erneut Halt am Forellenhof.

Die Laufkundschaft durch Reisende macht rund 30 bis 40 Prozent des Umsatzes in den Sommermonaten aus. Diese Zahl nennt Inhaberin Christine Püchert im Gespräch mit der AZ. Dieser Umsatz fehlt nun aufgrund der B 4-Sperrung in Jelmstorf.

„Ich will nicht rumjaulen oder stöhnen“, sagt sie. Doch die Befürchtung, die sie bereits vor der Sperrung gegenüber der AZ geäußert hatte, hat sich schon nach knapp zwei Wochen bewahrheitet. Die Laufkundschaft bleibt aus. Nur die Stammkunden aus der Region finden weiterhin den Weg zum Forellenhof. „Die Sperrung trifft uns hier härter als die Corona-Krise“, betont die 56-Jährige, die den Betrieb vor rund zehn Jahren übernahm, nachdem ihre Eltern ihn zuvor verpachtet hatten.

Das Problem ist folgendes: Der Verkehr wird aus Richtung Norden bereits in Melbeck über Ebstorf nach Uelzen umgeleitet. Aus dem Süden kommend, führt die Umleitung über Bad Bevensen und Dahlenburg nach Uelzen. Nicht wenige ortskundige Autofahrer halten sich zwar, wie berichtet, nicht an diese offiziellen Umleitungen. Der Großteil der Sommerurlauber aber schon.

„Die B 4 ist unsere Lebensader hier in der Region“, weiß Christine Püchert und zeigt Verständnis dafür, dass die Bundesstraße saniert werden muss. Es ist auch nicht die erste Sperrung, die die gelernte Fleischermeisterin miterlebt. Aber: „Jetzt machen sie die Straße für sechs Wochen dicht“, sagt sie, „und – ich habe im Internet recherchiert – in zwei Jahren wird wahrscheinlich der Abschnitt Jelmstorf–Bienenbüttel gemacht.“ Warum hätte man nicht gleich beide Abschnitte machen können, fragt sich die Forellenhof-Inhaberin.

Kaum Auswirkungen durch Corona

Sie berichtet von genervten Kunden, die ewig lange Umwege gefahren seien, um den Forellenhof zu finden. In Melbeck ist die Umleitung ausgeschildert, ein Schild weist darauf hin, dass die Straße für Anlieger bis zur Baustelle frei ist. Die Info, wo gebaut wird, fehlt. Christine Püchert hätte sich hier eine bessere Information für die Autofahrer gewünscht. „Die Leute wissen ja zum Teil gar nicht, dass sie ohne Probleme bis Bienenbüttel fahren könnten.“

Dass die Sperrung sie nun härter trifft als die Auswirkungen der Corona-Pandemie liegt daran, dass der Forellenhof nicht schließen musste. Der Verkauf findet draußen statt, die Zahl der maximal zugelassenen Angler wurde beschränkt, lediglich die Tische und Bänke wurden gesperrt. „Die Menschen haben sich in der Krisenzeit viel mehr auf regionale Produkte besonnen und diese wieder schätzen gelernt“, schildert Christine Püchert ihren Eindruck, „sie waren dankbar, dass wir da waren.“ Das ist das Team des Forellenhofs auch weiterhin. Nur dass die durchreisenden Urlauber das nicht mitbekommen. VON FLORIAN BEYE

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