Bienenbütteler CDU will klare Zusagen zum Erscheinungsbild der geplanten Wohnanlage

Sorgen um die Postkarten-Ansicht

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Noch nicht abgerissen, aber schon entkernt: Das ehemalige Hotel Drei Linden über der Ilmenau. Die CDU ist besorgt, dass die dort geplante Wohnanlage nicht ins Ortsbild passt. 

Bienenbüttel. Die Ilmenau ist Bienenbüttels Schokoladenseite. Der Pfad durch die Wiesen am Fluss ist einer der beliebtesten Spazierwege der Dorfbewohner. Von hier zeigt sich die „Skyline“ des Ortes. 

Dazu gehören neben dem Turm der St. Michaeliskirche und dem Turm der alten Molkerei auch die Häuser am Hang über der Ilmenau gehören. Dort will der Wustrower Bauunternehmer Lothar Harder anstelle des ehemaligen Hotels Drei Linden eine Wohnanlage errichten (AZ berichtete). Eine Entscheidung zu seinem Bauantrag und über einen Bebauungsplan, der das Vorhaben erst ermöglicht, soll am Dienstag, 28. Februar, im Bauausschuss fallen, der ab 18.30 Uhr im Mühlenbachzentrum im Rathaus tagt.

In der vorigen Sitzung wurde die Frage zunächst vertagt. Die CDU hatte noch Beratungsbedarf. Dabei geht es um das Erscheinungsbild: „Wenn man auf der Niendorfer Straße von der Ilmenauhalle kommt, ist das die Postkartenansicht“, sagt Fraktionssprecher Christopher Tieding. „Das ist ein Vorhaben, das Bienenbüttel prägen wird. Da geht es nicht, dass er einen Glaspalast hinstellt.“

Die Immobilie an der Lindenstraße hat die Bienenbütteler Kommunalpolitik schon früher beschäftigt. Damals plante Harder ein Altenheim. Und dabei, so Tieding, soll er ortsübliche rote Ziegeldächer und Klinkermauerwerk zugesagt haben. „Das haben wir jetzt in den Unterlagen nicht wiedergefunden.“

Grundsätzlich sei es im Sinne der Gemeinde, wenn der Ortskern dichter bebaut werde und seniorengerechter Wohnraum entstehe. Die Gemeinde erlaube eine höhere Bebaubarkeit, dafür müsse der Investor bei der Gestaltung Zugeständnisse machen. „Wir konnten die Sache nicht einfach durchwinken. Wir sind ja dem Wohl der Bürger verpflichtet.“ Der Rat könnte das Erscheinungsbild leicht durch eine Gestaltungssatzung im Bebauungsplan festschreiben. Das will Tieding jedoch nicht: „Dann wären alle im Umfeld betroffen, die ja relativ kleine Häuser haben.“

„Das Haupthaus wird verblendet, die anderen Teile werden mit Wärmeverbund-system gebaut“, erklärt Lothar Harder auf AZ-Nachfrage. In welcher Farbe, sei noch offen. Er zeigt sich aber auch offen für die Forderungen: „Da können wir immer noch drüber sprechen.“

Von Gerhard Sternitzke

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