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Sönke Strampe wird für seinen Betrieb in Rieste als „Biolandwirt des Jahres“ ausgezeichnet

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Von: Jannis Wiepcke

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Biolandwirt Sönke Strampe
Bio-Landwirt Sönke Strampe aus Bad Bevensen hat sich mit seinem Bioland-Betrieb in Rieste auf die Produktion von Süßkartoffeln spezialisiert. © agrarheute

Der Ceres-Award gilt als besonders hohe Auszeichnung in der Landwirtschaft. Sönke Strampe aus Bad Bevensen, der seinen Bioland-Betrieb in Rieste auf die Produktion von Süßkartoffeln spezialisiert hat, hat sich bei der diesjährigen Preisverleihung in Berlin am Mittwochabend den Sieg in der Kategorie „Biolandwirt des Jahres“ geholt.

Rieste - „Die Süßkartoffel ist nicht nur besonders im Anbau, auch die Vermarktung ist nicht ohne. Wir sind in Norddeutschland mit unserem Klima und den geringeren Erträgen einfach immer ein bisschen teurer am Markt. Deswegen müssen wir hervorstechen“, beschreibt der 33-jährige Landwirt die Herausforderungen. Er beliefert Supermärkte, Bioläden und Unverpacktläden in der Lüneburger Heide und mehrere Naturkosthändler im Hamburger Umland. Zudem bietet er seit 2021 einen direkten Paketversand für den Endkunden an. Ein weiterer Vermarktungsweg ist die Suppen-Produktion mit dem Start-up Suppensohn.

Die Juroren haben Sönke Strampe als besten Biolandwirt in Deutschland ausgezeichnet, da er stets „den Boden fest im Blick hat und sein ganzes Können darauf ausrichtet, ihn gesund und zukunftsfähig zu halten. „Das Ergebnis sind Erzeugnisse, die seine Kunden in Geschmack und Qualität überzeugen“, heißt es in der Begründung. Neben seinem solide aufgebauten Ackerbaubetrieb habe er mit „Sönkes Süßkartoffeln“ eine Sonderkultur und eine Marketingstrategie gefunden, die ihn einzigartig mache. „So sollte regionale Vermarktung aussehen, so funktioniert Landwirtschaft mit Gesicht“, betonen die Juroren.

Für den Ceres-Award hatte sich Strampe beworben, „weil wir viel ausprobiert haben und auch Sachen gemacht haben, die andere davor nicht gemacht haben. Das war jede Menge Schweiß und Tränen.“ Insgesamt rund 200 Landwirte aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland hatten sich in diesem Jahr in den zehn Kategorien Ackerbauer, Energielandwirt, Biolandwirt, Junglandwirt, Rinderhalter, Schweinehalter, Geflügelhalter, Manager, Unternehmerin und Geschäftsidee beworben.

Entscheidend für die Teilnahme waren laut der Jury nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur. 30 von ihnen, drei je Kategorie, hatte die Jury anhand eines umfangreichen Bewertungssystems anschließend in die Shortlist gewählt und auf ihren Höfen beurteilt – darunter auch Strampe.

Als Sieger der Einzelkategorie Biolandwirt, in der er sich gegenüber Frederik Cäsar aus Bayern und Norbert Steidle aus Baden-Württemberg durchsetzte, erhält der Landwirt ein Preisgeld von 1000 Euro. Gesamtsieger und „Landwirt des Jahres“ wurde Benedikt Bösel, der in Brandenburg einen Öko-Betrieb mit Rinderhaltung betreibt und sich durch seine Arbeit für eine regenerative Landwirtschaft einsetzt. Durch artenreichen Anbau entsteht bei ihm ein Ökosystem, das die Biodiversität fördert und den Boden verbessert. Für den Gesamtsieg erhielt er ein Preisgeld von 20 000 Euro, mit dem ein Projekt unterstützt werden soll, das das Ansehen der Landwirtschaft in der Region stärken soll.

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