Mal- und Spendenaktion

Smileys gegen das Raserproblem: Steddorfer lassen im Kampf gegen Temposünder nichts unversucht

„Das ist absolut gefährlich gerade mit Kindern“, schimpft Riad Alak mit Blick auf das Raserproblem auf der Steddorfer Ortsdurchfahrt. Wie viele andere Anwohner hat auch er bunte Schilder bemalt.
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„Das ist absolut gefährlich gerade mit Kindern“, schimpft Riad Alak mit Blick auf das Raserproblem auf der Steddorfer Ortsdurchfahrt. Wie viele andere Anwohner hat auch er bunte Schilder bemalt.

Steddorf – Die Bundesstraße 4 zwischen Bienenbüttel und dem Barumer Kreuz ist seit einigen Wochen wieder freigegeben. Steddorf muss daher nicht mehr als Umleitungsstrecke genutzt werden.

Damit sollte das Raserproblem, das die Anwohner zuletzt mehrfach beklagt hatten, doch eigentlich vom Tisch sein. Weitgefehlt. Gestern Morgen sind wieder mehrere Autofahrer zu beobachten, die sich nicht an das Tempolimit von 50 Stundenkilometern halten.

„Dass sich hier jemand daran hält, ist eher die Ausnahme“, berichtet Anwohner und Familienvater Alexander Mattern auf AZ-Nachfrage. Auch Riad Alak, der mit seiner Frau und den vier Kindern im alten Dorf direkt an der Ortsdurchfahrt wohnt, schimpft: „Das ist absolut gefährlich gerade mit Kindern. Die Autofahrer achten da nicht drauf.“ Die langgezogene Ortsdurchfahrt lade zum Schnellfahren ein, meint Christine Lamine. Sie halte das gerade im Bereich der Bushaltestellen für eine große Gefahr, denn „irgendein Kind muss da immer rüber“.

Spendenaktion macht Hoffnung

Neu ist das Problem nicht. Doch ein wenig Hoffnung haben die Steddorfer jetzt. Denn eine Spendenaktion, zu der Lamine aufgerufen hat, läuft bislang erfolgreich: Mindestens zwei elektronische Anzeigetafeln sollen angeschafft werden. Solche mit glücklichen und traurigen Gesichtern drauf, je nachdem wie schnell gefahren wird. Beabsichtigt sei, dass eine Tafel über die Gemeinde Bienenbüttel finanziert wird, berichtet Christine Lamine. Sie lobt in diesem Zusammenhang auch Ortsvorsteher Andreas Meyer, der sich sehr für die Verkehrsberuhigung einsetze. Für eine zweite sollten eigentlich die Spenden sein. Doch im Zuge der Aktion hat sich mittlerweile ein Sponsor gefunden, der die Summe von 1500 Euro für eine Anzeigetafel übernehmen möchte. „Die Spendenaktion läuft aber weiter, vielleicht kriegen wir noch genug Geld für eine dritte Tafel zusammen“, erklärt Lamine im Gespräch mit der AZ.

Spielgeräte und bunte Kunstwerke

Es ist bei Weitem nicht die erste Aktion der Steddorfer, um dem Raserproblem Herr zu werden. Mehrere Spielfahrzeuge – unter anderem ein Dreirad und ein Bobbycar – stehen direkt am Straßenrand. Viele Anwohner haben sich zudem jüngst an einer Malaktion beteiligt (AZ berichtete) und ihre Kunstwerke mittlerweile an ihren Zäunen angebracht. „Das hat bislang aber gar keine Verbesserung gebracht“, erzählt Alexander Mattern.

Anfang der Woche tauchte plötzlich eine kleine Blitzerattrappe auf Höhe des Dorfgemeinschaftshauses auf. Wer diese dort platziert hatte, weiß keiner der Befragten. Die Attrappe verschwand letztlich auch genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht war. Aus Sicht von Christine Lamine ist ein solches blitzer-ähnliches Gebilde eher kontraproduktiv. „Wer haftet denn, wenn deshalb etwas passiert“, fragt sie. Bleibt den Steddorfern nun also die Hoffnung, dass mit den Tempo-Tafeln eine Verbesserung erreicht werden kann. VON FLORIAN BEYE

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