„Jungunternehmer“ mit grünem Daumen

Siebenjähriger Max Kasparu verkauft in Beverbeck Gurken, Tomaten und Co.

Max Kasparu ist erst sieben Jahre alt. Doch schon jetzt verkauft er an seinem eigenen Stand mithilfe seiner Familie in Beverbeck allerlei Pflanzen.
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Max Kasparu verkauft mithilfe seiner Familie in Beverbeck allerlei Pflanzen.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Beverbeck – „Max Blumenwagen“ steht in bunten Lettern über dem hölzernen Stand an der Schulstraße in Beverbeck. Angeboten werden Pflanzen und Blumen jeglicher Art. Das Besondere an dem Wagen: Betrieben wird er von dem erst siebenjährigen Max Kasparu, der damit sein Taschengeld aufbessert. Wie kommt er dazu?

„Wir hatten richtig viele Blumen. Und dann hatte mein Vater die Idee, einen Blumenstand zu bauen“, sagt Max Kasparu im AZ-Gespräch. Und Vater Andreas Kasparu ergänzt: „Angefangen haben wir vor ungefähr vier Jahren. Da hatten wir wirklich zu viele Blumen über.“ Angefangen habe alles auf einem kleinen Tisch aus Lego. Vor etwa zwei Jahren kam dann der richtige Stand, den Andreas Kasparu selbst zusammengebaut hat: „Meine Frau und mein Sohn hatten die Angewohnheit, jedes Mal, wenn sie im Wald spazieren waren, irgendwelche Stöcker mitzubringen.“

Pflanzen werden selbst gezogen

Alle Pflanzen zieht die Familie Kasparu – mit tatkräftiger Unterstützung des Jungunternehmers Max – selbst. Grenzen gibt es dabei kaum, denn gepflanzt werde, was gefällt, erzählt Mutter Annelie Kasparu. Verkaufsschlager seien Gewächse wie Kürbisse, Gurken oder Tomaten. „Und Waldmeister, der geht auch immer gut weg“, berichtet Max’ Schwester Lilly Kasparu. Derzeit versucht die Familie, Wassermelonen zu ziehen. „Wir lieben alle Pflanzen“, fasst Annelie Kasparu zusammen. Zudem sei es ihr und ihrem Mann wichtig gewesen, dass ihre Kinder naturverbunden seien.

Und so viel Herzblut zahlt sich aus: Die Pflanzen stehen am Stand an der Straße bereit, das Geld wird in einer Spardose hinterlegt. „Max ist unser Hauptkassierer“, sagt Andreas Kasparu lachend. Allein im vergangenen Jahr habe er etwa 300 Euro verdient. Dabei könnte es ruhig noch mehr werden, wenn es nach Max geht: „In meinen Träumen sind es 1000 Euro.“ Jedoch komme es auch schon mal vor, dass Pflanzen mitgenommen werden, ohne zu bezahlen, wie Annelie Kasparu berichtet: „Das ist natürlich ein No-Go, bewusst einen kleinen Jungen zu foppen.“

Unterstützung von Familie

Lilly Kasparu zeigt sich begeistert vom Unternehmen ihres kleinen Bruders: „Ich finde das total toll, wenn man in dem Alter sich so auslebt.“ Das sei auf dem Dorf total typisch, auch sie selbst habe früher kleine Sträucher verkauft. Inzwischen ist Max’ Engagement mit dem Blumenwagen aber eine Besonderheit, wie Annelie Kasparu weiß: „So was ist hier in Beverbeck fast ausgestorben.“

Dass Max sein eigenes Taschengeld verdient, begrüßen seine Eltern: „Der Hintergrund ist, dass er sehen soll, dass bei Fleiß ein Ertrag rauskommt“, sagt Andreas Kasparu. „Geld wächst nicht auf Bäumen.“ Außerdem lerne Max auf diese Weise, sich in Geduld zu üben, da es dauere, bis die Pflanzen wachsen.

Das eingenommene Geld zählt Max selbst: „Er ist extrem zahlenaffin“, zeigt sich sein Vater stolz. Und Annelie Kasparu ergänzt lachend: „Er wird mal Finanzbeamter.“ Was er wirklich werden will, weiß Max selbst noch nicht so genau. Möchte er vielleicht einen eigenen Blumenladen eröffnen? „Daran habe ich noch nie gedacht“, meint der Siebenjährige.

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