„Es hat sich eine Routine eingespielt“

Wie Kindergärten in Bienenbüttel mit dem zweiten Lockdown umgehen

Das häufige Waschen der Kinderhändchen gehört in Corona-Zeiten zum Alltag in den Kindergärten. In den Einrichtungen in Bienenbüttel hat sich bei Kindern und Erziehern eine gewisse Routine eingespielt.
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Das häufige Waschen der Kinderhändchen gehört in Corona-Zeiten zum Alltag in den Kindergärten. In den Einrichtungen in Bienenbüttel hat sich bei Kindern und Erziehern eine gewisse Routine eingespielt.

Bienenbüttel – Auch wenn die Corona-Infektionszahlen bundesweit steigen – in den Krippen und Kindergärten im Land zeigt sich im Moment keine besondere Infektionsgefahr.

Die „Corona-Kita-Studie“, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag vorstellte, zeigte, dass seit Mitte März relativ konstant rund zehn Prozent der an der Studie beteiligten Kitas und Tagespflegestellen mindestens einen Verdachtsfall aufwiesen. Nur ein Prozent der Einrichtungen hatte tatsächlich einen Infektionsfall.

Hygienemaßnahmen gelten weiter

Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse halten der St.-Michaelis-Kindergarten sowie der DRK-Kindergarten in Bienenbüttel an ihren strengen Zugangsbeschränkungen und Hygienemaßnahmen fest. Verschärft wurden sie aufgrund des neuen Lockdowns aber nicht. „Wir arbeiten mit den Maßnahmen weiter, die schon seit dem ersten Lockdown gelten“, erklärt Heiko Metzler, Leiter des evangelischen Kindergartens.

„Nach einem halben Jahr wissen inzwischen alle Kinder, wie wichtig beispielsweise das Händewaschen ist. Wir sprechen immer wieder über das Thema Corona, ohne den Kindern Angst zu machen“, sagt Metzler.

Der Leiter betont, dass die Kinder mit der schwierigen Situation „großartig“ zurechtkommen – trotz der persönlichen Einschränkungen. „Sie wissen zum Beispiel, dass wir nicht gemeinsam singen dürfen.“

Das gesamte Team versuche, den Kleinen Halt und Sicherheit zu geben. Dazu gehörten auch Umarmungen, wenn ein Kind mal getröstet werden muss. „Unsere Arbeit lebt vom Kontakt zu den Kindern.“ Auch der schnelle Draht zu den Eltern sei im Moment sehr wichtig. „Wir geben aktuelle Informationen weiter und versuchen, zuzuhören und ihnen die Sorgen und Ängste zu nehmen. „Wir sind eine kleine Gemeinde, da erfährt man schon Einiges über die Familien, zum Beispiel, ob sie finanzielle Sorgen haben. Zur Arbeit gehöre auch, den Familien ein Stück Hoffnung zu vermitteln, dass die Pandemie irgendwann ein Ende haben wird. „Auch wenn wir alle nicht wissen, wann das sein wird.“ Die Eltern seien von Anfang an sehr kooperativ und verständnisvoll gewesen. „Wenn eines der Kinder erkältet ist, dann wird es von den Eltern nicht in die Kita geschickt. Das hat sich doch sehr verändert.“

Metzler hat ständig die aktuellen Infektionszahlen im Blick und tauscht sich auch regelmäßig mit dem Gesundheitsamt aus.

Auch mit seinen Mitarbeitern sucht Metzler regelmäßig das Gespräch. „Egal was ihnen auf dem Herzen liegt, natürlich sprechen wir ganz offen darüber, wie es ihnen in der aktuellen Situation geht.“

Eltern sind froh, dass der Betrieb läuft

Auch im DRK-Kindergarten läuft der Betrieb unter den Corona-Maßnahmen, die zu Beginn der Pandemie galten, unverändert weiter. „Es hat sich eine Routine eingespielt“, erklärt Antje Gebers, Leiterin des Kindergartens. Die Eltern brächten ihre Kinder bis zum Eingang, dürften das Gebäude aber nicht betreten. Dazu spielt jede Gruppe getrennt und auch der Außenbereich wird abwechselnd von den Gruppen besucht.

„Die Eltern sind froh, dass wir wieder alle Gruppen und alle Betreuungszeiten anbieten können“, sagt Gebers. Und alle hoffen gemeinsam, dass es auch so bleibt und der Betrieb nicht wieder komplett runtergefahren werden muss.

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