Jugendliche Computerfreaks knackten Pay-TV-Codes – jetzt stehen sie vor dem Landgericht

Sender Sky um drei Millionen Euro geprellt

+
Die Sportpakete von Sky kosten einiges an Gebühren – die Kunden der fünf Jugendlichen zahlten deutlich weniger für die Übertragungen. 

tm Lüneburg. Ihr technisches Geschick brachte ihnen zunächst das große Geld. Doch jetzt müssen sich fünf Männer im Alter von heute 22 bis 26 Jahren vor dem Landgericht Lüneburg verantworten.

Der Grund: Die Männer sollen als Jugendliche jahrelang den Code des Pay-TV-Senders Sky geknackt und das unverschlüsselte Signal zu einem günstigeren Preis weiterverkauft haben. Genau 7.041 Internetnutzer profitierten davon, das Quintett nahm von 2011 bis 2016 rund 250.000 Euro ein. Schaden für Sky: rund 3,1 Millionen Euro.

Verantworten müssen sich die fünf Männer ab nächsten Montag vor der 4. großen Jugendkammer wegen Computerbetruges im besonders schweren Fall und Ausspähen von Daten in insgesamt 20 854 Fällen.

Die Angeklagten sollen über das selbst errichtete Internetportal iStreams.to die illegalen Streamingdienste angeboten haben. Die Kunden zahlten einen geringeren Preis, als sie bei Sky hätten entrichten müssen. Insgesamt 20.854 Streaming-Pakete wurden von Interessenten gebucht. Die Beweisführung gestaltet sich aufwendig: Das Landgericht hat zunächst 18 Verhandlungstage bis ins Frühjahr 2019 angesetzt. Immer dabei: ein Sachverständiger für Informationssicherheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare