Unentdeckte literarische Schätze

Seit zehn Jahren organisiert Anne-Grete Patz die Buchwoche Bienenbüttel

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Vor zehn Jahren hat Anne-Grete Patz die Buchwoche Bienenbüttel aus der Taufe gehoben. Ihr Ziel ist, kleine literarische Schätze bekannter machen.

Bienenbüttel – Vor zehn Jahren haben Anne-Grete und Detlef Patz die Buchwoche Bienenbüttel aus der Taufe hoben. Damals trieb sie vor allem eine Frage um.

„Es war eine neue Variante und es gab ein riesiges Fragezeichen, ob das überhaupt angenommen wird“, erinnert sich Anne-Grete Patz. Von solchen Fragen ist die Buchwoche Bienenbüttel inzwischen weit entfernt. Während vor zehn Jahren noch Klinken geputzt wurden, um überhaupt Verlage für die Veranstaltung zu bekommen, bewerben sich inzwischen Verlage um einen Platz und auch das Publikumsinteresse ist laut der Buchhändlerin ungebrochen groß. Am 28. Oktober geht die Buchwoche Bienenbüttel in ihre zehnte Auflage.

„Uns geht es vor allem um das Buch“, sagt Anne-Grete Patz. Man habe sich bewusst für die kleinen Verlage entschieden, da sich dort viele unentdeckte literarische Schätze verbergen. Und mit ihrer Auswahl von Autoren und Verlagen hätten sie auch häufiger Glück gehabt. „Wir hatten schon einige Autoren bei der Buchwoche, die wenig später Preise gewonnen haben“, sagt Anne-Grete Patz. So etwa Boualem Sansal, der 2011 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.

Die Auswahl der Werke und Verlage für die Buchwoche beginnt laut Anne-Grete Patz schon über ein Jahr vor der eigentlichen Veranstaltung. Wenn diese feststehen, werden auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr die letzten Details in Gesprächen mit Verlagen und Autoren festgezurrt. Eine Buchwoche steht auch immer unter einem Thema. Dieses Jahr sind es Ethik, Moral und Werte.

„Es ist eine Beschäftigung rund um das Jahr“, sagt Anne-Grete Patz. Denn auch die Veranstaltungsorte müssen gesucht und gefunden werden – und wenn möglich zum vorgestellten Werk passen. So wird dieses Jahr Christoph Türcke im Kloster Medingen aus seinem Buch über Hiob lesen. „Das wir rausgehen an andere Orte, ist auch Teil des Konzepts“, sagt Anne-Grete Patz. Was auch schon zu kuriosen Situationen geführt hat. „Wir hatten auch schon Autoren und Verleger im Auto, die bei der Fahrt in der Nacht übers Land, gefragt haben: ‘Wo sie denn hier eine Lesung halten sollen’“, sagt Anne-Grete Patz.

Veränderungen hat es in den vergangenen zehn Jahren auch gegeben. So ist zur Unterstützung der Verein Freundeskreis Buchwoche gegründet worden und der Merlin Verlag ist als fester Partner mit an Bord. „Ohne die Hilfe bei der Logistik und Vorbereitung wäre das Ganze nicht möglich“, sagt Anne-Grete Patz.

VON LARS LOHMANN

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