Ein Weg für Seele und Gesundheit

An der „Äolsharfe“ erklärte Benjamin Redeleit (links) die Philosophie des Parks.

Bienenbüttel - Von Barbara Kaiser. Die Erinner-ung war bei allen Anwesenden wie neu; dabei ist es schon fünf Jahre her, dass in dieser Zeitung berichtet wurde von geheimnisvollen Holzskulpturen im Wald und aufgeschichteten Steintürmchen. Als deren Urheber wurde im Frühjahr 2005 rasch Benjamin Redeleit ausgemacht, der sich auf diese Art künstlerisch betätigte. Der damals 21-Jährige hatte „einfach Lust, was auszuprobieren“, sagt er heute im Gespräch.

Was dem folgte, ist keineswegs selbstverständlich. Die Gemeinde Bienenbüttel zeigte sich erfreut, kunstverständig wie -interessiert und obendrein bereit, sich auf ein Projekt einzulassen, das nun am Sonnabend offiziell eröffnet wurde: Der „Kunstraum Ilmenau“, ein vier Kilometer langer Skulpturenpfad am Ufer des Flüsschens, der „etwas für Gesundheit und Seele“ ist, so Bürgermeister Heinz-Günter Waltje in seinen Vernissageworten. „Wir haben Bienenbüttel wieder ein Stück schöner und interessanter gemacht“, war sich der Rathaus-Chef sicher.

Zehn Künstler beteiligten sich mit zwölf Skulpturen an der Erweckung des Ufers zu einem „Erlebniskunstraum“. Als Leitmotiv hat man sich „Leben am Fluss – zwischen Bewegung und Ruhe“ gestellt. Und in der Tat hat der Bürgermeister Recht, wenn er vom „Einklang mit der Natur“ sprach; und wenn Initiator Benjamin Redeleit, der die Premierengäste den Pfad mit Erklärungen zum Werk und den einzelnen Künstlern entlang führte, von „einer Bereicherung der Landschaft“ schwärmte.

Man setze sich also beispielsweise einmal zur „Äolsharfe“, die den Wanderer schon aus einiger Entfernung mit einem sympathischen Brummen begrüßt. Hier wird der Wind zum Ton gemacht, lehnt man den Kopf ans Gehäuse, überträgt sich der, ungeheuer beruhigend, auf den ganzen Körper. Oder: Die „Flusswächterin“, die Steinfigur an einer sanften Biegung, die wirklich alles im Blick zu haben schein.

Benjamin Redeleit, der alle bürokratischen, umweltpolitischen und sonstigen Steine aus dem Weg räumte für dieses Projekt, bewies einen sehr guten Blick für das Wesentliche, für die Harmonie, in der Landschaft und Skulptur miteinander schwingen. Der neue Pfad ist eine wahrhaft zauberhafte Attraktion für Bienenbüttel, wobei das Wort „Attraktion“ viel zu laut klingt für die Stille, die herrscht in diesem „Kunsterlebnisraum“.

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