Kommandobrücke des neuen Spielgeräts der Grundschule Bienenbüttel bleibt vorerst gesperrt

Seebiene sticht ohne Kapitän in See

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Bug und zweites Steuerrad der Seebiene: Mit einem Jahr Verspätung haben Berufsschüler unter Anleitung von Markus Dierssen das neue Spielschiff für die Bienenbütteler Grundschule fertiggestellt. Das Heck hat den TÜV noch nicht bestanden hat.

Bienenbüttel. Volle Kraft voraus startet die Seebiene an der Bienenbütteler Grundschule in ein Meer aus Sand. Mit einem Jahr Verspätung haben Schüler der Lüneburger Georg-Sonnin-Schule den Ersatz für das abgerissene Spielschiff fertiggestellt.

Die geplante Einweihung der rund 20 Meter langen neuen Attraktion auf dem Schulhof kam vor den Sommerferien allerdings nicht mehr zustande. Der Grund: Noch segelt die Seebiene ohne Kapitän. Das Heck ist mit einem Bauzaun abgesperrt.

„Aufgrund der durchgeführten Abnahme müssen bei einem Teilbereich der Seebiene Nachbesserungen vorgenommen werden“, teilt Bienenbüttels Bauamtsleiterin Inga Heitmann auf AZ-Nachfrage mit. Die vom TÜV monierten Sicherheitsmängel sollen im neuen Schuljahr von den Berufsschülern beseitigt werden. „Ein Einweihungstermin wird nach den Sommerferien terminiert“, informiert die Bauamtsleiterin.

Markus Dierssen

Berufsschullehrer Markus Dierssen, Fachpraxisleiter an der Georg-Sonnin-Schule, verweist darauf, dass seine Truppe keine normale Firma ist. Die Jugendlichen im Berufsvorbereitungsjahr sollten durch das Projekt Einblicke in handwerkliche Arbeiten aus den Bereichen Bau und Metall erhalten, die im Berufsleben vorkommen. Die Gemeinde spart dafür bei den Kosten. Insgesamt 20 000 Euro sind eingeplant. Abweichungen vom Zeitplan seien da möglich. „Das war alles mit der Gemeinde abgesprochen“, betont Dierssen. „Das steht in unseren Lieferbedingungen drin.“

Bereits im Mai vorigen Jahres hatten die Lüneburger Berufsschüler mit dem Aufbau des Spielschiffs begonnen. Auf dem Mast mit dem Ausguck und auf dem Heck der Seebiene, das jetzt nach den TÜV-Bedenken gesperrt wurde, hatten die Kinder zwischenzeitlich bereits ein Jahr lang gespielt. Der Bug des Schiffs war jedoch vor den Sommerferien 2016 nicht mehr fertig geworden, erzählt Dierssen. Seine Schüler seien zunächst ins vorgesehene Berufspraktikum gegangen. Schließlich ist das erste Ziel, die jungen Leute in eine richtige Ausbildung zu bringen. Die komplizierten Metallarbeiten hatten ohnehin die Lehrer erledigt.

Das erste Spielschiff war nach zehn Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Statt Holz haben die Berufsschüler jetzt viel Metall verarbeitet. Die Schüler hatten gemalt, wie sie sich die neue Seebiene vorstellen. Sie steht jetzt, wenn auch teilweise gesperrt. Glück im Unglück für alle Bienenbütteler Kinder: Ein zweites Steuerrad befindet sich auf dem Vorderschiff.

Von Gerhard Sternitzke

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