Bienenbüttel: Bürgermeister Waltje begründet Preiserhöhung im Waldbad mit Einnahmesteigerung

Schmerzhaft, aber vertretbar

+
Bei einer Wassertemperatur von 21 Grad springen Besucher buchstäblich ins kühle Nass. Die Verwaltung hat die Temperatur von 23 Grad herabgesetzt, um Kosten zu sparen. Darüber sind viele Badegäste enttäuscht.

Bienenbüttel. Nicht nur über das wechselhafte Wetter aus Sonne und Regen zeigen sich einige Badegäste des Bienenbütteler Waldbades derzeit enttäuscht. Auch die erhöhten Eintrittspreise, die die Verwaltung beschlossen hat, sorgen für Unverständnis unter zahlreichen Besuchern.

„Das finde ich nicht in Ordnung“, meint Manfred Harms aus Beverbeck. Vor allem kritisiert er, dass die Preise auf einen Schlag erhöht wurden. „Das hätten sie in den letzten Jahren immer mal wieder machen können. “.

Dass die Erhöhung „drastisch“ ausgefallen ist, erkennt auch Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günter Waltje. Dennoch meint er auf Anfrage der AZ: „Das Waldbad war mit Abstand eines der günstigsten Bäder.“ Außerdem sei es eines der „schönsten und bestbesuchten“ Bäder im Landkreis Uelzen. Waltje vermutet, dass 75 Prozent der Besucher aus dem Landkreis Lüneburg kommen.

Aus Wulfsdorf reist Sigrid Otter jeden Tag an, um ihre Bahnen zu schwimmen. „Seit 30 Jahren besuche ich nun schon das Waldbad.“ Doch momentan kommt sie gar nicht gern, weil kräftig an der Preisschraube herumgedreht wurde. „Das ist ungerecht, fast schon sittenwidrig.“

Bürgermeister Waltje hat dafür eine wohl begründete Erklärung: „Das Schwimmbad ist im Schnitt pro Jahr eine der teuersten Leistung einer Gemeinde. Und in diesem Zusammenhang müssen wir uns fragen, was wollen wir uns und können wir uns leisten. Und vor allem wo können wir sparen.“

Eine der Maßnahme bestand darin, an der Preisschraube zu drehen und den Eintritt für das Waldbad zu erhöhen. „Sicher ist das ein sehr schmerzhafter Schritt“, gibt Waltje zu, aber dieser sei vertretbar. „Denn wir müssen die Einnahmen verbessern und die Kosten reduzieren.“ Und genau deshalb habe die Verwaltung als zweiten Schritt die Wassertemperatur von 23 auf 21 Grad herabgesetzt.

„Ich bin abgehärtet, aber für viele ältere Leute ist das viel zu kalt“, meint Besucherin Otter. Sie empfindet diese Maßnahmen als „Schuss nach hinten“.

Diese Argumenation kann die ehemalige Mitarbeiterin des Waldbades, Rita Wolf, gar nicht nachvollziehen. „So wie es jetzt gemacht wurde, ist es völlig korrekt. Wir haben seit ein paar Jahren keine Preiserhöhungen mehr gehabt. Schließlich wird es in allen Bereichen teurer.“

Bürgermeister Waltje ist sich jedoch sicher, dass die Bilanz am Ende des Sommers positiv ausfällt. Dazu meint er: „ Wir werden zum Saisonende mehr Geld einnehmen.“ Er bewertet die Maßnahmen als „Schritt in die richtige Richtung“.

Von Volker Althoff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare