Landesforsten unterstützen in der Göhrde eine flächendeckende Untersuchung zur Wiederansiedlung des seltenen Tiers

Der scheuen Wildkatze auf der Spur

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Die Wildkatze lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit für eine intakte Waldlandschaft.

red Göhrde. Das Forstamt Göhrde unterstützt eine großflächige Untersuchung des BUND Niedersachsen. Dieser ist in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) der seltenen Europäischen Wildkatze auf der Spur.

In diesem Jahr konzentriert sich das Monitoring auf das östliche Niedersachsen mit den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, um dort Hinweise auf eine eventuelle Wiederbesiedlung zu bekommen. In Südniedersachsen konnte die Wildkatze bereits flächendeckend nachgewiesen werden.

Zum Nachweis bedient man sich einer bundeseinheitlichen Methode, der sogenannten Lockstockuntersuchung. Die Lockstöcke befinden sich überwiegend auf den Waldflächen der Landesforsten, weil deren naturnahe Waldstrukturen ideale Lebensbedingungen für das seltene und scheue Wildtier bieten.

Andrea Klug vom BUND besprüht in der Göhrde einen Lockstab mit Baldrian-Tinktur.

Im Bereich Göhrde unterstützen Naturschutzförster Hans-Jürgen Kelm, die örtlich zuständigen Revierförster und ehrenamtliche Helfer das Monitoring. Einer dieser ehrenamtlichen Helfer ist Klaus Müller-Klug, zusammen mit seiner Enkeltochter Philine. „Wir besprühen raue Lockstäbe mit Baldrian“, erklärt Müller-Klug das Vorgehen. Der Duft habe eine „magnetische Wirkung“ und ziehe die umherstreifenden Katzen an. Beim Reiben am angerauten Holz hinterlassen die Tiere ihre Haare. „Alle sechs bis sieben Tage – bis Ende März – müssen wir die Lockstäbe aufsuchen, auf Haare untersuchen, abflämmen und wieder neu mit Baldrian besprühen“, sagt Müller Klug.

Anschließend werden die Haarproben in einem Forschungsinstitut in Gelnhausen genetisch analysiert, erläutert Naturschutzförster Hans-Jürgen Kelm: „Erst dann kann man sicher davon ausgehen, dass die schöne und seltene Wildkatze in Ostniedersachsen wieder zu Hause ist.“

Die Europäische Wildkatze ist – anders als Hauskatzen – eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für eine intakte, strukturreiche Waldlandschaft in Deutschland. Wildkatzen brauchen sogenanntes Totholz oder Baumhöhlen als Verstecke und zur Aufzucht ihrer Jungen sowie wilde Wiesen und Waldränder für die Jagd nach Mäusen, ihrer Hauptnahrung.

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