Bienenbütteler machen mobil: Frauen sammeln Kleidung, Möbel und Hygieneartikel

Sachspenden statt Sandsäcke

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Organisation ist alles: Rebekka Dittrich (rechts) und Nicole Jozic bereiten Kartons vor. Darin sollen die Sachspenden der Helfer sortiert werden.

Bienenbüttel. „Jetzt steht das Wasser noch, jetzt ist noch Zeit zum Sammeln.

Wenn es erst abgeflossen ist und der Schlamm in den Häusern steht, wird die Hilfe sofort gebraucht“, sagt Rebekka Dittrich, und dass hinter diesen Sätzen kein leerer Aktionismus steht, beweist sie postwendend. Zusammen mit Nicole Jozic organisiert die Bienenbüttelerin praktische Hilfe für die Menschen in den Hochwassergebieten. Von heute an wird gesammelt: Bis Freitag können Einwohner des Landkreises Sachspenden in das Gemeindehaus in Steddorf bringen. Dort haben die Helfer ein Lager eingerichtet, das täglich von 12 bis 18 Uhr befüllt werden kann. „Viele wollen helfen und wissen nicht, wohin sie die Sachen bringen können – das ist zumindest die Erfahrung, die wir gemacht haben“, sagt Dittrich. Von kleineren Möbeln bis hin zu sauberer Bekleidung, Hygieneartikeln, Haushaltswaren oder Windeln ist dem Bienenbütteler Helferteam alles willkommen. Verteilt werden sollen die Spenden nach Möglichkeit „gebietsnah“. Dittrich: „In Fischbeck sieht es beispielsweise ja wirklich schlimm aus. Die Menschen können Hilfe gut gebrauchen. “.

Flugblätter, die die Aktion bekannt machen sollen, sind bereits gedruckt. Ein Teil der Informationsblätter lief über die heimischen Drucker der beiden Frauen, weitere Exemplare hat die Gemeinde zugesagt. Bürgermeister Dr. Merlin Franke war es auch, der die Räume in dem Steddorfer Gemeindehaus angeboten hat. Um die Zielgruppe zu erweitern, haben Dittrich und Jozic zudem eine Gruppe innerhalb des sozialen Netzwerkes Facebook im Internet geschaltet. Über den Suchbegriff „Spenden Bienenbüttel“ erhalten Interessierte weitere Informationen.

Die gesammelten Spenden möchten die Frauen in der nächsten Woche dann direkt zu den Betroffenen bringen. Ein Auto samt Anhänger haben sich die Bienenbütteler bereits organisiert. Weitere Transporter sind aber weiterhin gern gesehen. „Wir sind vergangene Woche auch schon in das Hochwassergebiet gefahren“, sagt Dittrich. Lebensmittel habe sie den Helfern gebracht, denn selber Hand anzulegen ist ihr aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. „Ich bin selber alleinerziehende Mami und habe im Fernsehen eine Mutter gesehen, die davon berichtet hat, dass sie alles verloren hat. Da musste ich gleich mit weinen und mir war klar: Ich will helfen.“

Von Wiebke Brütt

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