Gestern lässt die Leuphana-Universität Lüneburg Fotografen in das neue Zentralgebäude

Rundgang durch das Audimax

Einblicke in das neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität. Noch sind die Handwerker mit letzten Arbeiten beschäftigt. Am Sonnabend ist die Eröffnung. Fotos: dpa
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Einblicke in das neue Zentralgebäude der Leuphana-Universität.

Lüneburg. Endspurt vor der Eröffnung des neuen Zentralgebäudes der Leuphana-Universität am Sonnabend: Böden werden gewischt. Maler bringen letzte Farbtupfer auf. Eine Brüstung fehlt noch.

Lange hat die Lüneburger Hochschule alle Anfragen der Presse, einen Blick ins Innere des spektakulären Neubaus zu werfen, abgewiesen. Vielleicht befürchteten die Verantwortlichen nach den Schlagzeilen über Preissteigerungen, dass der Fertigstellungstermin in Zweifel gezogen werden könnte. Gestern gibt es einen Rundgang. Es darf gestaunt werden.

Noch sind die Handwerker mit letzten Arbeiten beschäftigt.

Schiefe Winkel schon im hellen Foyer: „Gerade kann jeder“, bemerkt Uni-Sprecher Henning Zühlsdorff trocken. Links öffnet sich das Audimax mit 1100 Sitzplätzen. Lüneburg will es als Stadthalle mitnutzen. „Geradezu liegt das Forschungszentrum, dahinter kommt das Studierendenzentrum“, erläutert Projektleiterin Susanne Leinss. „Laufend ändern sich Schritt für Schritt die Perspektiven“, schwärmt sie. Selbst in den Büros hängen die Heizungen schräg an der Wand.

Daniel Libeskind gilt als einer der einflussreichsten Architekten weltweit. Der 1946 im polnischen Lódz geborene Sohn jüdischer Eltern wanderte mit ihnen nach Israel und 1959 nach New York aus. Erst mit dem Zuschlag für den Bau des Jüdischen Museums in Berlin begann er 1989 seine Karriere als Architekt.

Am Sonnabend ist die Eröffnung.

Wesentlich für seine Arbeit sei, dass Studenten mitplanten, sagte er 2007 in Lüneburg. Damals wurde er dort nebenberuflicher Professor für Architekturentwurf. Mit asymmetrischen Schwingen solle das Projekt die strenge Gebäudestruktur des einst von der Wehrmacht genutzten Kasernengeländes aufbrechen. „Es steht für die Befreiung von der Vergangenheit“, so Libeskind.

Auch die ursprünglichen Baukosten von 58 Millionen Euro sind Vergangenheit. Am Ende könnten sie die 100-Millionen-Marke übersteigen. „Die Endabrechnung“, sagt Susanne Leinss, „kommt im Herbst.“

Von Peer Körner (dpa) und Gerhard Sternitzke

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