Rücksichtslos in der Natur entsorgt

Rund um „Große Heide“: Zwei Bargdorferinnen sorgen regelmäßig für saubere Wege

Gabi Schröder sammelt den Müll ein, der achtlos ins Grüne an der Bundesstraße 4 geworfen wurden. Seit zwei Jahren sorgen sie und Melanie Schwarze für Sauberkeit.
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Gabi Schröder sammelt den Müll ein, der achtlos ins Grüne an der Bundesstraße 4 geworfen wurden. Seit zwei Jahren sorgen sie und Melanie Schwarze für Sauberkeit.

Bargdorf – Es ist ungewöhnlich ruhig an der Bundesstraße 4, in Höhe des Wohngebietes „Große Heide“ bei Bargdorf. Nur vereinzelt fahren Autos vorbei, denn bei Jelmstorf ist die Straße aufgrund von Bauarbeiten gesperrt.

Gabi Schröder und Melanie Schwarze sind mit Hund, Bollerwagen und Mülltüten unterwegs auf dem Radweg neben der B 4 unterwegs, um den Unrat aufzusammeln, den andere Menschen achtlos in die Natur geworfen haben.

Schon nach wenigen Minuten füllen sich die Tüten: diverse Plastikflaschen, Zigarettenkippen, Brötchentüten, Verpackungen – und zahlreiche Mund-Nasen-Bedeckungen. Auch Autoreifen werden einfach entsorgt ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer diese wegräumt oder wie stark solcher Unrat die Grünflächen und Wälder belastet. „Sogar ein verendetes Reh haben wir schon gefunden. Das haben wir der Gemeinde gemeldet, aber passiert ist nichts.“

„Irgendjemand muss ja anfangen.“

„Wir sammeln jetzt seit rund zwei Jahren Müll und es macht mich immer noch sprachlos, was wir alles finden“, sagt Gabi Schröder. Die Rücksichtslosigkeit, mit der Menschen mit der Natur umgehen, erzürnt die beiden fleißigen Sammlerinnen, die regelmäßig an der B4 und den angrenzenden Waldstücken Abfall sammeln. „Irgendeiner muss anfangen, sonst ändert sich nie etwas“, erklärt Melanie Schwarze ihre Motivation. Dabei sei es doch ganz einfach, sagen die beiden Bargdorferinnen: „Was ist so schwierig daran, seinen Müll einfach mit nach Hause zu nehmen und dort zu entsorgen?“

Bei ihren ersten Touren hat Gabi Schröder jeden Tag einen Sack voll Unrat eingesammelt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Müll zusammenbekomme“, sagt sie erstaunt und vermutet, dass vor allem Bequemlichkeit dahintersteckt. „Autofenster auf, Müll raus und weg.“ Auch Radfahrer und Spaziergänger lassen ihren Müll wohl lieber in der Natur liegen, als ihn mitzunehmen. Papierkörbe stehen an der Strecke keine.

Mitstreiter für Sammlungen gesucht

„Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um andere Einwohner zu motivieren, sich einzubringen und uns zu unterstützen“, sagt Gabi Schröder. Dabei geht es ihr nicht allein um die Müllsammelaktion. „Ich würde gerne Menschen zusammenbringen, um neue Ideen und Aktionen für unsere Gemeinde zu entwickeln. Die Frage ist doch, wie wir in Zukunft in Bienenbüttel leben wollen. Wie stellen wir uns unser Zusammenleben hier vor? Es soll um Themen gehen, die uns alle bewegen.“ Interessierte Bienenbütteler, die sich an der Müllsammel-Aktion von Gabi Schröder und Melanie Schwarze beteiligen oder sich zu einem Ideen-Austausch zusammenfinden möchten, können Kontakt zu Gabi Schröder unter (0 58 23) 9 55 40 39 aufnehmen. VON NICOLE LÜTKE

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