Bienenbüttel: Rückzieher der Grünen

Ratsfraktion will Planung für Baugebiet „Kuhlfeld“ nicht weiter unterstützen

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Auf dieser Fläche zwischen Steddorf und Neu Steddorf soll das Baugebiet „Kuhlfeld“ entstehen. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat zieht ihre Zustimmung nun zurück, weil für das Vorhaben Flächen aus einem Landschaftsschutzgebiet entlassen werden müssen.

Bienenbüttel/Steddorf. Die Planungen für das Baugebiet „Kuhlfeld“ in Steddorf sind bereits fortgeschritten. Alle Fraktionen im Bienenbütteler Gemeinderat haben den Plänen der Verwaltung zugestimmt. Die Verfahren für den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan laufen.

Sogar die Grünen hatten sich – anders als bei vergangenen Baugebieten – nicht gegen das Baugebiet ausgesprochen, sondern lediglich darauf gepocht, dass das gut 90 000 Quadratmeter große „Kuhlfeld“ das letzte Baugebiet in dieser Größenordnung sein sollte.

Nun aber kippt die Stimmung der Grünen-Fraktion, wie deren Vorsitzender Reinhard Schelle-Grote in einer Pressemitteilung erklärt. Der Grund: Für das geplante Baugebiet sollen Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Süsing entlassen werden. Ein entsprechender Antrag ist bereits gestellt, bestätigt Bürgermeister Merlin Franke auf AZ-Anfrage.

„Diesen Tatbestand haben wir bisher leider übersehen, obwohl die Entlassung in den bisherigen Sitzungsvorlagen benannt ist“, erklärt Schelle-Grote. Wie es dazu kommen konnte, könne er sich selbst nicht erklären. Er sei froh, dass er und seine Fraktionskollegen in einer aktuellen Vorlage noch darauf gestoßen sind. Als Konsequenz zieht die Fraktion ihre Zustimmung zu der Planung des Baugebiets „Kuhlfeld“ zurück. „Wir werden einen Bebauungsplan an der Stelle nicht unterstützen“, betont Schelle-Grote.

Die Entlassung von Flächen aus einem Landschaftsschutzgebiet führe nicht nur zu einer optischen Veränderung, erklärt er. „Diese Flächen werden zu großen Teilen versiegelt werden und stehen einer natürlichen Entwicklung nicht mehr zur Verfügung.“ Aus Sicht der Grünen sollte das Landschaftsschutzgebiet deshalb nicht weiter verkleinert und zerstückelt werden.

Merlin Franke befürchtet durch den Rückzieher der Grünen-Fraktion keine großen Auswirkungen auf die Baugebietsplanung. „Der Landkreis hat hier in einer Vorabstimmung bereits positive Signale gesetzt und die anderen Fraktionen stehen laut meinen Informationen hinter dieser Entwicklung“, erklärt der Verwaltungschef und betont: „Die Grünen-Fraktion sollte sich die Frage stellen, wie künftig Investitionen wie die Dorferneuerung in Varendorf, eine Mehrzweckhalle oder Feuerwehrfahrzeuge finanziert werden sollen.“ Ohne Baugebiete blieben nur zwei Möglichkeiten: „Auf Pump oder durch Steuererhöhungen, beides keine guten Alternativen aus meiner Sicht“, sagt Franke.

Von Florian Beye

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