Der Verein Nothilfe Polarhunde Nord betreibt eine Auffangstation in Wulfstorf

Retter für Husky, Akita und Co.

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Lana und ihre Welpen kamen von einem Schlittenhundbesitzer, der schon über 40 Tiere hatte und diese nicht ausreichend ernähren konnte. In Wulfstorf haben sie bei Christian Günther in der Auffangstation ein vorübergehendes Zuhause gefunden.

Wulfstorf. „Eigentlich bin ich da eher durch Zufall reingerutscht“, sagt Heike Otter, Vorsitzende des Vereins „Nothilfe Polarhunde Nord“, über ihre Arbeit mit Huskys, Akitas und Malmuten.

Es habe alles damit angefangen, dass ihr erster eigener Hund ein Husky gewesen sei und sie dann gleichgesinnte Hundefreunde kennengelernt habe. Inzwischen kümmern sich Heike Otter und ihre Mitstreiter seit 1994 um Polarhunde in Not – seit 2004 in ihrem eigenen Verein „Nothilfe Polarhilfe Nord“.

Momentan sind 14 Hunde in der Auffangstation in Wulfstorf untergebracht, weitere elf bei Pflegefamilien. Um die 130 Hunden werden im Jahr vermittelt. Dabei stammen die Hunde nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern der Europäischen Union. „Wir bekommen auch viele Hunde aus Irland, da werden die Hunde in Farmen in Massen gezüchtet, da ist es ganz schlimm“, berichtet Heike Otter. Dort gebe es auch keine Chance, die Hunde zu vermitteln, und sie würden dann auch schnell eingeschläfert.

Der Zustand der Hunde, die nach Wulfstorf kommen, ist sehr unterschiedlich. „Manche haben keine guten Erfahrungen mit dem Menschen gemacht und sind körperlich am Ende, andere werden aus Überforderung oder privaten Gründen abgegeben“, berichtet sie. Es sei besonders schön, wenn die schweren Fälle wieder auf die Beine kommen und wieder vertrauen zum Menschen fassen. Etwa wenn sie vorher von ihren Vorbesitzern nur in einem kleinen Hinterhof gehalten oder geschlagen wurden.

„Polarhunde sind Arbeitshunde, da reicht es nicht nur, mit ihnen laufen zu gehen, die wollen beschäftigt werden“, sagt Vereinsmitglied Christian Günther. Es sei am besten, möglichst zwei Polarhunde gemeinsam zu halten. „Es geht zwar auch mit einem Hund, dann muss aber den ganzen Tag über jemand da sein. Das sind Rudeltiere, sie brauchen Gesellschaft“, erklärt er. Polarhunde haben laut Günther ein freundliches Wesen, aber auch einen ausgeprägten Sturkopf und Jagdtrieb. „Sie sind aber nicht aggressiv, also auch kein Wachhund. Ein Husky würde mit den Schwanz wedeln und den Einbrecher freundlich empfangen – ein typischer Familienhund eben“, sagt Günther.

Damit die Hunde während ihrer Zeit in Wulfstorf genug zu tun haben, geht es jeden Tag um 15 Uhr mit ehrenamtlichen Helfern auf Tour. „Das ist immer wieder eine logistische Herausforderung, weil viele berufstätig sind“, sagt Heike Otter. Daher sei man über jeden freiwilligen Helfer froh. Denn die Hunde werden ausschließlich von Ehrenamtlichen betreut, die dafür ihre Freizeit opfern. „Das sind auch mal vier bis sechs Stunden, die ich nach Feierabend für die Hunde da bin“, sagt Günther.

Von Lars Lohmann

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