Ein kurviges Bett aus Kies / 90 Prozent Förderung vom Land

Renaturierung am Eitzener Bach ist abgeschlossen

Schauten sich gestern Morgen zufrieden das Ergebnis der Renaturierungsmaßnahme am Eitzener Bach an: Flächeneigentümer Hans-Ludwig Hartig (von rechts), die Verbandsingenieure Sarina Brandenburg und Ingmar Sannes sowie Hartigs Sohn Sascha.
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Schauten sich gestern Morgen zufrieden das Ergebnis der Renaturierungsmaßnahme am Eitzener Bach an: Flächeneigentümer Hans-Ludwig Hartig (von rechts), die Verbandsingenieure Sarina Brandenburg und Ingmar Sannes sowie Hartigs Sohn Sascha.

Eitzen I – Auf den ersten Blick sieht das, was sich dort am unteren Ende einer Ackerfläche nahe Eitzen I zeigt, ziemlich künstlich aus. Sauberer Kies liegt dort und bildet einen kurvigen Rahmen für den Eitzener Bach. Das Wasser ist klar und nicht von Pflanzen durchzogen.

Künstlich angelegt sind die rund 260 Meter Flussbett tatsächlich. Doch sie bringen den Eitzener Bach letztlich näher an seine ursprüngliche, natürliche Form.

Ziemlich genau eineinhalb Wochen hat der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau für die Renaturierungsaktion benötigt, 14 Tage waren vorab veranschlagt worden. Gestern verteilt ein Arbeiter per Radlader nur noch die ausgehobene Erde auf der Ackerfläche, die dann wieder landwirtschaftlich genutzt werden kann. Denn abgekauft hat der Unterhaltungsverband den Eigentümern das Areal nicht.

Ackerbaulicher Vorteil durch Renaturierung?

Diese wohnen direkt um die Ecke und sind gestern Morgen auch bei der Begehung des neuen Bachlaufs dabei. „Den unteren Teil zu beackern, war ohnehin schwierig“, erklärt Hans-Ludwig Hartig, warum er der Maßnahme zugestimmt hat. Zudem erhofft er sich durch die flacheren Ufer sowie die neu angelegten Blenken auch einen ackerbaulichen Vorteil. „Die Fläche war immer sehr feucht, das könnte jetzt besser werden“, meint Hartig. Er betont, dass er als Landwirt grundsätzlich nichts gegen Naturschutz habe. Ihn störe es nur, „wenn die Behörden über unsere Flächen bestimmen wollen, ohne vernünftig mit uns zu sprechen“, sagt der Eitzener. In diesem Fall „brauchte es nicht viel Überzeugungsarbeit“, sagt Hartig.

Schon im nächsten Jahr sei mit einem natürlichen Bewuchs des Bachs zu rechnen, erklärt Verbandsingenieurin Sarina Brandenburg. Denn: „Wir geben der Natur hier einen Grundstein, alles weitere entwickelt sich von selbst.“ 800 000 Kilogramm Kies – und nicht wie im ersten Bericht über die Maßnahme angegeben 800 000 Tonnen – wurden eingebracht. Flache und tiefe sowie breite und schmale Stellen wechseln sich im Bachlauf ab. Der alte, der fast schnurgerade verläuft, wird nicht gänzlich geschlossen. Er dient als Überlaufbecken bei Hochwasser.

90 Prozent Förderung über Gewässerallianz

70 000 Euro kostet die Renaturierung, wobei nur zehn Prozent vom Unterhaltungsverband übernommen werden. Der Rest sind Fördergelder des Landes Niedersachsen im Rahmen der Gewässerallianz, wie Brandenburg und ihr Kollege Ingmar Sannes berichten. Beide sind glücklich, dass die Maßnahme noch in diesem Jahr abgeschlossen werden konnte: „Wäre der Regen eine Woche früher gekommen, hätten wir abbrechen müssen“, erklärt Sannes. In diesem Zusammenhang weist Sarina Brandenburg auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Uelzen hin. Denn: „Auch wenn die Genehmigung nicht so zügig da gewesen wäre, hätte es eine Unterbrechung gegeben.“ VON FLORIAN BEYE

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