„Rancho“ soll es richten

Für heftige Proteste hatte die Fällung von 19 Linden an der Bahnhofstraße in Bienenbüttel gesorgt. Nun lässt die Gemeinde dort eine andere Lindenart, die Sorte „Rancho“, pflanzen. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. 19 Linden wurden im Zuge der geplanten Umgestaltung der Bahnhofstraße in Bienenbüttel gefällt, ebenso viele sollen dort nun neu gepflanzt werden. Das hat der Bauausschuss der Gemeinde jetzt nach einer fast einstündigen Bürgerfragestunde empfohlen und sich damit gegen den ursprünglich erwogenen Apfeldorn ausgesprochen.

Kritische Stimmen von Zuhörern, die in diesem Zusammenhang von einem Schildbürgerstreich sprachen, wies Bürgermeister Heinz-Günter Waltje entschieden zurück. „Es handelt sich um eine völlig andere Lindenart, die dort vorgesehen ist“, betonte er.

Die neue Sorte heißt „Rancho“, wächst nach den Worten von Waltje langsam und kompakt und wird zwischen acht und zwölf Meter hoch, bei einer Kronenbreite von vier bis sechs Metern. Gegenüber der bisherigen Lindenart an der Bahnhofstraße habe „Rancho“ entscheidende Vorteile, erklärte Waltje: „Die Sorte hat geringen Lausbefall und daher wenig Honigtau-Absonderungen.“ Zudem wachse sie nicht so hoch wie die alten Linden, „die 20 bis 30 Meter hoch werden und eben sachlich nicht richtig sind für die Bahnhofstraße, weil es eine enge Straße ist und keine Allee“.

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung halte „Rancho“ ebenfalls für die geeignete Sorte, die den Anforderungen der Bahnhofstraße und den Wünschen der Anlieger gerecht werde, betonte der Bürgermeister. Auch Dorfplanerin Astrid Pesel stimme dieser Lindenart „in vollem Umfang“ zu. Dagegen hätte die Pflanzung von Apfeldornen möglicherweise Konsequenzen für die Höhe der finanziellen Förderung durch das Landesamt, gab Waltje zu bedenken. Mit „Rancho“ würden hingegen die Kriterien der Dorferneuerung berücksichtigt.

Im Bauausschuss stieß der Vorschlag der Verwaltung auf breite Zustimmung. „Die neuen Linden erfüllen all das, was die Anlieger sich wünschen“, sagte Vorsitzender Heinrich Hellbrügge (CDU). Das sah Holger Janßen (KA) genauso. Er sei zwar ursprünglich für Rosskastanien gewesen, „aber wir können mit dieser Linde leben“, meinte er.

Das konnten trotz intensiver Diskussion während der Bürgerfragestunde jedoch nicht alle Zuhörer nachvollziehen. Sie äußerten noch einmal ihr Unverständnis über die Baumfällungen. Doch diese seien im Zusammenhang mit der geplanten Kanal-Erneuerung zwingend notwendig gewesen, bekräftigte Waltje. Zwar seien die Schäden in den Kanälen nicht von den Linden verursacht worden, sondern „durch andere Einflüsse“. Anschließend seien die Wurzeln der Bäume aber in die kaputten Rohre eingewachsen. Das hätte dem Einbau der neuen Rohre im Wege gestanden. „Unter den Bäumen kann man keinen Kanal erneuern“, sagte Waltje.

Außerdem trat er der Kritik entgegen, die Bürger seien über die Baumfällungen nicht rechtzeitig informiert worden. Vielmehr habe man in öffentlicher Sitzung ausführlich über dieses Vorhaben und die Ersatzpflanzung diskutiert und einstimmig entschieden. „Wenn irgendjemand behauptet, dass das im stillen Kämmerlein verhackstückt wurde, sagt der nicht die Wahrheit“, betonte Waltje.

Von Bernd Schossadowski

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