Staatsanwaltschaft wirft Angeklagtem Missbrauch in 1512 Fällen vor

Prozessauftakt wegen Urkundenfälschungen in Uelzen 

Uelzen/Lüneburg – Vor der elften großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg beginnt am morgigen Donnerstag um 9.30 Uhr in Saal 121 das Verfahren gegen einen Angeklagten im Alter von heute 61 Jahren wegen Urkundenfälschung im besonders schweren Fall.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten mit der Anklageschrift zur Last, in der Zeit von März 2014 bis Dezember 2018 in Uelzen in 1512 Fällen unter Missbrauch seiner Befugnisse oder seiner Stellung als Amtsträger zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde hergestellt zuhaben. Der Angeklagte soll, so die Staatsanwaltschaft, im Rahmen seiner Tätigkeit als Obergerichtsvollzieher für die ihm anvertrauten Verfahrenssonderakten Postübergabeurkunden angefertigt haben, obwohl eine Übergabe an die Post AG zum Zwecke der förmlichen Zustellung tatsächlich nicht erfolgt sei. Der Angeklagte soll die Zustellungsurkunden, die die Deutsche Post AG als ausführendes Postunternehmen auswiesen, selbst ausgefüllt und mit einem ausgedachten fiktiven Zustellernamen unterschrieben haben. Während der Angeklagte in 40 Fällen in seine Abrechnung keine Auslagen für die Zustellung eingestellt habe, habe er in den übrigen Fällen Zustellungskosten abgerechnet, obwohl eine Zustellung nicht erfolgt war.

Fortsetzungstermine sind auf den 24. und 26. August 2020, Beginn jeweils um 9.30 Uhr in Saal 121, bestimmt. Für den ersten Verhandlungstag ist ein Zeuge geladen. Darüber hinaus hat die Kammer einen Sachverständigen hinzugezogen. (nre)

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