Zwei Männer wegen siebenfachen versuchten Mordes angeklagt

Lüneburg: Prozess nach Schüssen aus Auto

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Der Prozess gegen die beiden 23 und 26 Jahre alten Angeklagten vor dem Landgericht Lüneburg wird unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Lüneburg – Der erste Prozess um die Schüsse von Kaltenmoor im April 2018 war wegen der Erkrankung eines Richters abgebrochen worden. Jetzt verhandelt das Landgericht Lüneburg am morgigen Dienstag, den 13. August, erneut eine Klage gegen zwei Beschuldigte wegen versuchten siebenfachen Mordes.

Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, am 4. April 2018 nachts um halb eins im Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor aus einem Auto heraus mit einer Pistole auf eine Gruppe von sieben Menschen geschossen zu haben, die sich am St. Stephanusplatz aufhielten.

Ein damals 20-Jähriger wird von zwei Projektilen getroffen und erleidet Verletzungen an Schulter und Bein. Die beiden 23 und 26 Jahre alten Angeklagten, ein Türke und ein staatenloser Mann, sollen daraufhin in ihrem Audi über die Dahlenburger Landstraße geflüchtet sein. Dem ganzen sei ein Streit vorausgegangen, wobei ein Freund des jüngeren Angeklagten geschlagen worden sei. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, dass sie billigend in Kauf genommen hätten, dass einer oder mehrere Menschen getötet werden. Die Angeklagten seien sich zudem auch bewusst gewesen, dass die Anwesenden nicht mit einem Angriff gerechnet haben.

Außerdem wird den Angeklagten vorgeworfen, im November 2017 eine Person nach einem Wortwechsel mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht zu haben. Und einen anderen ins Gesicht geschlagen zu haben.

Der Prozess findet unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen samt Einlasskontrollen statt. Hintergrund sind wohl die Erfahrungen, die Lüneburg bereits mit gewalttätigen Auseinandersetzungen unter rivalisierenden Großfamilien, die zu den aus dem Libanon stammenden Mhallamiye-Kurden zählen, gemacht hat. So mussten 2015 Polizeibeamte mit Maschinenpistolen das Lüneburger Klinikum schützen, nachdem es dort zu einer Massenschlägerei gekommen war.

VON LARS LOHMANN

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