Kurden demonstrieren am Dienstag für Freilassung des PKK-Anführers Öcalan

Protestmarsch in Bienenbüttel

Alljährlich wird in Deutschland von der kurdischen Jugendbewegung für die Freilassung des PKK-Führers Abdullah Öcalan protestiert. Dieses Jahr auch in Bienenbüttel.
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Alljährlich wird in Deutschland von der kurdischen Jugendbewegung für die Freilassung des PKK-Führers Abdullah Öcalan protestiert. Dieses Jahr auch in Bienenbüttel.

Bienenbüttel – Ein Protestzug wird am Dienstag beim sogenannten „Langen Marsch für die Freiheit“ durch Bienenbüttel ziehen. Mit diesem will die Kurdische Jugend in Deutschland für die Freilassung Abdullah Öcalans demonstrieren.

Der Anführer der in Deutschland als terroristische Vereinigung eingestuften und verbotenen Arbeiter Partei Kurdistans (PKK) ist seit 1999 Häftling auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer. Die Antifaschistische Aktion Lüneburg hat zur Unterstützung des Protestmarschs aufgerufen.

„Wir rechnen mit 100 bis 150 Teilnehmern“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg auf Nachfrage der AZ. Die Bereitschaftspolizei werde an diesem Tag vor Ort sein, um den Protestzug zu begleiten. Insgesamt gehe man davon aus, dass es ruhig bleibt und relativ unproblematisch abläuft. So ist nach Erkenntnisstand der Polizei auch kein Gegenprotest geplant. „Ich würde mit größeren Problemen rechnen, wenn Rechte eine Demo ankündigen und die Antifa zur Gegendemo aufruft. Das Problematischte, was hier passieren kann, ist das Zeigen verbotener Symbole“, sagt Freudenberg. Dazu gehörten etwa Erkennungszeichen der verbotenen PKK. Dann werde die Polizei eingreifen. Das Gleiche gelte für den Fall, dass die Corona-Abstandsregeln an diesem Tag von den Demonstranten nicht eingehalten werden.

Für einen eher ruhigen Ablauf des Protestsmarschs würden auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre sprechen. Der Marsch finde in Deutschland jedes Jahr auf einer anderen Strecke statt und sei bisher fast immer ruhig vonstattengegangen. „Jetzt ist eben unsere Region für den Protest ausgesucht worden“, sagt Freudenberg.

Geplant sind laut der Antifa Lüneburg auch ein mehrtägiges Protestcamp in Lüneburg sowie Kundgebungen in Winsen (Luhe) und Harburg. Sie bezeichnet Öcalan als jemanden, der „eine Perspektive für Frieden und Freiheit eröffnet.“ Und zudem ein Vorbild für alle sei, die für die Demokratie kämpfen, wie seine Friedensinitiativen zeigten.

Dem Anführer der PKK wird aber unter anderem vorgeworfen, die Hinrichtung von Dissidenten befohlen zu haben. Außerdem hat er sich in seinen Schriften antisemitisch geäußert. Die PKK wird für Terroranschläge in der Türkei verantwortlich gemacht. Der Bundesverfassungsschutz stuft sie weiterhin als eine der schlagkräftigsten ausländerextremistischen Organisationen in Deutschland ein. VON LARS LOHMANN

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