150 Traktoren sind im Landkreis unterwegs,

Proteste der Landwirte auch in Bienenbüttel: „Boden ist unsere Existenzgrundlage“

Entlang der B 4 bei Bienenbüttel hielten die Landwirte eine Mahnwache ab.
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Entlang der B 4 bei Bienenbüttel hielten die Landwirte eine Mahnwache ab.

Bienenbüttel – Unzählige Traktoren stehen gestern Abend aufgereiht auf einem Feld an der B 4 gegenüber des Bienenbütteler Gewerbegebiets. Es ist ein Protest, den die Landwirte der Bewegung „Land schafft Verbindung“ organisiert haben.

Immer wieder hupen Auto- und Lkw-Fahrer – ein Zeichen der Solidarität?.

„Wir wollen ein Zeichen geben und gleichzeitig das Miteinander mit der Bevölkerung betonen“, sagt der Grünewalder Thorsten Wessel. Er habe das Gefühl, dass ihr Anliegen nicht gehört werde. Ihm gehe es nicht um mehr Geld, sondern darum, dass man die Sorgen der Landwirte nicht ignoriere. So darf er infolge der vom Land gemessenen erhöhten Nitratwerte an zwei Messstellen in Reinstorf und Wulfsode, nur 80 Prozent des erforderlichen Düngers ausbringen.

„Das Ganze hat einen Rattenschwanz zur Folge, weil ich in den Folgejahren immer weniger düngen darf und die Ernte gleichzeitig sinkt“, erklärt Wessel. Dabei hätten Messungen an den Bewässerungsbrunnen keine erhöhten Nitratwerte ergeben. „Das Beregnungswasser ist in Ordnung“, berichtet Wessel.

„Der Boden ist unsere Existenzgrundlage, den wollen wir nicht kaputtmachen“, sagt der Bargdorfer Robert Fürstenau. Er habe das Gefühl, dass Landwirte immer häufiger als Sündenbock herhalten müssen. Dabei trügen auch Kläranlagen und marode Kanalisationen zum Nitrateintrag bei. Ihm gehe es aber vor allem auch um einheitliche Bedingungen innerhalb der EU.

So müssten Verbote von Neonicotinoiden überall durchgesetzt werden und nicht durch Ausnahmen in anderen Ländern doch noch erlaubt sein. Das Gleiche gelte für andere verbotene Pflanzenschutzmittel. „Wir wollen Chancengleichheit, ansonsten können wir zu diesen Preisen nicht mehr produzieren“, sagt Wessel.

Sie beide hätten nicht das Gefühl, dass die Sorgen der Landwirte von der Politik ernst genommen werden und diese überhaupt richtig zuhört. „Ein großer Teil der Bevölkerung kann unsere Sorgen aber nachvollziehen“, meint Wessel.

Die Protestaktion, bei der es nach Angaben des Leiters des Streifendienstes der Uelzener Polizei, Ralf Munstermann, kreisweit zu Aktionen kam und an der ungefähr 150 Traktoren teilnahmen, war als Zeichen der Solidarität mit zeitgleichen Protesten in den Niederlanden gedacht. So waren Traktoren auch auf der L 250 zwischen Ebstorf und Melzingen, in Gerdau auf B 71 und am Suderburger Kreisel unterwegs. Bis auf einen kleineren Blechschaden gab es laut Munstermann keine Unfälle. Insgesamt waren drei Streifenwagen im Einsatz.

VON LARS LOHMANN

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