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Preissprung im Waldbad: Eintritt soll um 40 Prozent teurer werden

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Von: Jannis Wiepcke

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Mit einem Sprung von den Startblöcken wird traditionell die Saison im Waldbad eröffnet. Ähnliche Bilder soll es im kommenden Jahr zu sehen geben – der Finanzausschuss hat sich statt einer Schließung für eine Preiserhöhung ausgesprochen.
Mit einem Sprung von den Startblöcken wird traditionell die Saison im Waldbad eröffnet. Ähnliche Bilder soll es im kommenden Jahr zu sehen geben – der Finanzausschuss hat sich statt einer Schließung für eine Preiserhöhung ausgesprochen. © Jannis Wiepcke

Wer im Sommer 2023 im Waldbad Bienenbüttel seine Bahnen ziehen will, wird dafür mutmaßlich deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Eintrittspreise sollen wegen der Energiekrise deutlich steigen.

Bienenbüttel – Kaum eine Einrichtung in Bienenbüttel ist von den steigenden Strom- und Gaspreisen so stark betroffen wie das energieintensive Waldbad. Geschätzten durchschnittlichen Jahreseinnahmen von 100.000 Euro stehen im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr Kosten von rund 400.000 Euro gegenüber.

Um die Energiepreiserhöhung aufzufangen, hat sich der Bienenbütteler Finanzausschuss am Donnerstag entschlossen, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen, und den Eintrittspreis um 40 Prozent zu erhöhen. Die Verwaltung erhofft sich dadurch Mehreinnahmen für den Haushalt in Höhe von 45.000 Euro. Das letzte Wort hat wie immer der Rat.

Kaum Alternativen zur Preiserhöhung

Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke bezeichnete die Maßnahme, als die „reelste und beste Variante, um einen kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten.“ Als Alternative hätte im Raum gestanden, das Waldbad vorübergehend oder gänzlich zu schließen oder dessen Beckenheizung abzuschalten.

Beides habe die Gemeinde unbedingt verhindern wollen, weil sie sich bewusst sei, welch hohen Stellenwert der Waldbad-Besuch bei vielen Bienenbütteler einnehme. Viele Besucher kommen zusätzlich aus den angrenzenden Samtgemeinden Ostheide und Ilmenau im Landkreis Lüneburg..

So sollen sich die Eintrittspreise verändern

Einige Änderungen im Überblick: Der Preis für eine reguläre Tageskarte für Erwachsene soll sich von 4 Euro auf 5,60 Euro erhöhen. Kinder und Jugendliche zahlen künftig 2,80 Euro statt 2 Euro. Die Saisonkarte für Ehepaare oder Familien mit Kindern steigt von 138 Euro auf 193, 20 Euro. Wichtig: Kinder bis zum zweiten Lebensjahr haben weiterhin freien Eintritt, genauso wie die Schulen, die das Waldbad für den Schwimmunterricht nutzen.

„Ich glaube, eine Schließung wäre tödlicher als alles andere“, äußerte Matthias Sost (Grüne) auch vor diesem Hintergrund seine Zustimmung für den Vorschlag der Verwaltung. Gabriel Siller (SPD) gab wie die anderen Ausschussmitglieder ebenfalls sein Einverständnis, betonte aber, dass die Preiserhöhung gerade für Familien „ein ziemlicher Schluck aus der Pulle sei“. Er habe die Befürchtung, dass der massive Preisanstieg auch dazu führe, dass weniger Karten verkauft werden. Daher sei es umso wichtiger, dass man auch über eine Preissenkung diskutiere, falls sich die Energiepreise wieder stabilisieren würden.

Rabattsystem soll für Entlastung sorgen

Laut Bürgermeister Franke zieht die Verwaltung eine derartige Maßnahme durchaus in Erwägung – aber erst für das Jahr 2024 und folgende. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Energie-Anbieter ihre Preiserhöhungen nicht im laufenden Jahr wieder zurücknehmen – mit einer Ausnahme sei auch nicht im Jahr 2023 zu rechnen.

Langjährige Saisonkarteninhaber sollen dafür durch ein neues Rabattsystem entlastet werden, für dessen Einführung sich der Finanzausschuss ebenfalls ausgesprochen hat. Wer ab dem Jahr 2021 durchgehend eine Saisonkarte erworben hat, soll nach 5, 10, 15 oder 20 Jahren einen entsprechenden Rabatt von 5, 10, 15 oder 20 Prozent erhalten. „Man kann sich das vorstellen wie einen Schadensfreiheitsrabatt, nur dass die Schadensfreiheit der langjährigen Treue zum Waldbad entspricht“, erklärte Franke.

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