Tatort am Sonntag führt nach Lüneburg / Drehbuch von Nolting

Polizist unter Verdacht

+
Torsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) ermitteln in der Tatort-Folge „Alles was sie sagen“ in Lüneburg und stehen dabei selbst unter Mordverdacht. 

dpa Lüneburg. Jäger werden zu Gejagten – und zwischen ihnen wächst eine Wand aus Misstrauen und Eifersucht. In seinem zehnten Fall steht der Hamburger Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) selbst im Visier der Ermittler.

Wie seine Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz), mit der er nun zum vierten Mal zusammenarbeitet.

Eine aus dem Libanon geflüchtete Frau wird erschossen – und die Kugeln scheinen aus der Waffe Falkes abgefeuert worden zu sein. Beide Kommissare sind bei dem Geschehen in einer leer stehenden Fabrik in Lüneburg dabei. Diese Situation ist Ausgangspunkt der ungewöhnlichen „Tatort“-Episode „Alles was Sie sagen“, die das Erste am Sonntag, 22. April, um 20.15 Uhr zeigt.

Ungewöhnlich wirkt der Krimi nicht so sehr wegen der politisch brisanten Migrationsthematik, der er sich dicht annähert – so lässt der „Tatort“-erfahrene Regisseur Özgür Yildirim in einer Befragungsszene sogar reale Flüchtlinge antworten. Zu etwas Besonderem wird die Geschichte aus der Feder der Grimme-Preisträger Arne Nolting, der aus dem Kreis Uelzen stammt, und Jan Martin Scharf vielmehr durch ihre Form, die sich aus dem Mordverdacht ergibt (AZ berichtete).

Im Mittelpunkt stehen die getrennt voneinander stattfindenden Verhöre der beiden Bundespolizisten durch den Lüneburger Polizeioberen Rehberg (Jörn Knebel). In der zwielichtigen Enge des Büros – und angesichts des anmaßend arroganten Kriminalisten – verfangen sich Falke und Grosz in ihren Aussagen in Widersprüche.

Im Wechsel mit den Dialogen sind die eigentlichen Vorgänge in Rückblenden zu sehen, zumeist in unwirtlicher Umgebung, zu der auch ein Motel, Fußgängerunterführungen und nächtlich düstere Straßen gehören. Vom malerisch mittelalterlichen Lüneburg ist nicht viel zu sehen.

Grund für die Ermittlungen der beiden Kommissare ist im Übrigen der Auftrag, die Identität eines Libanesen zu überprüfen, der Mitglied einer Miliz im syrisch-libanesischen Grenzgebiet gewesen und an Massakern und Plünderungen an der Zivilbevölkerung beteiligt gewesen sein könnte.

Dieser Abbas Khaled alias Tarek Salam (Youssef Maghrebi) lebt scheinbar gut integriert in der Provinzstadt, assistiert sogar einem Lehrer (Moritz Grove) bei Migranten-Sprachkursen. Doch als Falke im Klassenraum auftaucht, türmt er. Die Spur der Polizisten führt nicht zuletzt zum Drogendealer Al-Shabaan (Marwen Moussa). Der betreibt eine Bar und tut dabei so, als gehöre ihm die Stadt und alles habe nach seinen Regeln zu laufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare