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Rätsel um das Edendorfer „Geisterauto“ gelöst

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Von: Jannis Wiepcke

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Herrenloses Auto an der Brücke bei Edendorf
Eingeschlagene Fensterscheiben, fehlende Kennzeichen: Das Auto, das an der Brücke bei Edendorf steht, hat schon bessere Tage gesehen. © Wiepcke, Jannis

Seit geraumer Zeit sorgt ein herrenloses Auto, das unter der Elbbrücke bei Edendorf steht, für Aufregung im Ort. Was die Anwohner nicht wussten: Der Wagen mit den fehlenden Kennzeichen ist auch der Polizei bekannt. 

Edendorf - Schiffswracks kann man am Elbe-Seitenkanal bei Edendorf nicht bestaunen. Vor einigen Monaten ist dort jedoch ein schwarzer Volkswagen „auf Grund gelaufen“. Die Anwohner haben keine Lust auf einen Schrottplatz unter der Brücke und fordern deshalb, dass das Auto so schnell wie möglich verschwindet – ohne Kennzeichen und mit eingeschlagenen Fensterscheiben lässt es sich aber auch nicht mal eben wegfahren. Wie soll das Problem gelöst werden? Die AZ hat sich um Aufklärung bemüht und dabei herausgefunden, wie der herrenlose Wagen überhaupt nach Edendorf gelangt ist.

Zuerst die gute Nachricht: Allzu lange wird das Auto nicht mehr in Edendorf stehen. „Das am Elbe-Seitenkanal auf Höhe der Edendorfer Brücke stehende, abgemeldete Auto wurde im Rahmen eines Polizei-Einsatzes dort ab- und sichergestellt. Erst nach Freigabe im Polizeiverfahren wurde das Auto als Abfall in der freien Landschaft an das zuständige Umweltamt des Landkreises Uelzen gemeldet“, erklärt die Bienenbütteler Verwaltung.

Die notwendigen Schritte und Fristsetzungen im Ordnungswidrigkeitenverfahren seien nun eingeleitet worden, weshalb man damit rechne, dass das Auto in der 16. Kalenderwoche dieses Jahres entfernt werden könne. Das ist die kommende Woche.

Was steckt hinter dem ominösen Polizei-Einsatz? Kai Richter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, bringt Licht ins Dunkel: „Der Pkw steht dort seit dem 29. Januar dieses Jahres“. In der vorangegangenen Nacht sei das Auto durch Edendorf gefahren und dabei einer Polizeistreife aufgefallen, weil es keine gültige Zulassung besaß. Zu einer Kontrolle sei es jedoch nicht gekommen – „Der Fahrer ist stiften gegangen“, weiß Kai Richter zu berichten. Auf der Flucht habe der 45-Jährige aus dem Landkreis Lüneburg sein Auto einfach an der Brücke abgestellt und sei dann augenscheinlich zu Fuß weitergelaufen.

Der Polizei gelang es letztendlich trotzdem, den Halter ausfindig zu machen. „Der Mann weiß, dass ermittelt wird“, erklärt der Pressesprecher. Auf den 45-Jährigen kommen nun mehrere Strafverfahren zu, zudem wird er wohl auch die Kosten für den Abtransport und die Verschrottung von der Gemeinde Bienenbüttel in Rechnung gestellt bekommen.

Ob er Reue für seine Flucht gezeigt hat, ist nicht bekannt – den Verlust des Autos hat er aber mit ziemlicher Sicherheit bereut. Bei der Polizei weiß man von mindestens einem gescheiterten Versuch des ehemaligen Halters, den Wagen abzutransportieren.

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