Ein Hauch von Las Vegas

Poker-Spieler des SV Hohnstorf treffen sich online

Harald Winter sitzt an seinen Computer und hat die Internetseite poker.net geöffnet.
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Harald Winter pokert mit seinen Kameraden derzeit online.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Hohnstorf - Regelmäßig trifft sich Harald Winter mit Freunden zu Poker-Abenden – bis die Corona-Pandemie „All-In“ ging und damit persönliche Treffen in großer Runde unmöglich machte. Das hält einen wahren Poker-Fan aber nicht auf: Winter und seine Kameraden verlagerten das Spielgeschehen kurzerhand ins Internet. Seit Sommer vergangenen Jahres trifft sich die Runde nun zum Online-Poker.

Doch von Anfang an: 2004 war das Jahr, in dem Harald Winter mit anderen Poker-Begeisterten im Hohnstorfer Dorfgemeinschaftshaus die Poker-Sparte des örtlichen Sportvereins ins Leben rief. Etwa 60 Leute seien zu Beginn regelmäßig dabei gewesen, sagt Winter. „Das hat nachher aber abgebaut.“

Schließlich ging aus den großen Treffen im Dorfgemeinschaftshaus eine private Gruppe von zehn bis zwölf regelmäßigen Mitspielern hervor. Einmal im Monat habe man sich abwechselnd bei jedem zu Hause getroffen, sagt Winter. Inzwischen seien noch sechs bis acht Spieler übrig, die beim Online-Poker mitmachen.

„Das macht nach wie vor riesigen Spaß“, sagt Winter. Jeden dritten Sonnabend im Monat treffen sich die Poker-Freunde online und spielen nach der Variante „Texas Hold’em“. Pro Abend zahlt jeder Spieler einen Einsatz von einem Euro in den Topf ein. Am Ende des Abends werden Punkte vergeben, die später addiert werden. „Am Jahresende gibt es dann unseren Pokerkönig oder unsere Pokerkönigin“, erklärt Winter. Der oder die erhalte dann ein mit dem gesammelten Geld gekauftes Geschenk.

Online ist gut, persönlich ist besser

Online zu spielen, funktioniere zwar gut, sagt Winter, dennoch hofften alle auf ein baldiges Ende von Corona, um sich wieder persönlich zum Pokern zu treffen. „Das ist natürlich was anderes“, schildert Winter.

Bis zu vier Stunden sitze man für ein Spiel schon mal vor dem Computer, berichtet der 64-Jährige. Das sei für viele anstrengend, da sie ohnehin den ganzen Tag während der Arbeit am Bildschirm sitzen. Zudem fehle die Atmosphäre. Einer der Mitspieler habe zum Beispiel einen originalen Poker-Tisch mit klassischem, grünem Bezug. „So wie man eigentlich richtig pokert“, betont Winter. Und online kommuniziere man nur über einen Chat. Winter vermisst das Gesellige: „Jung und Alt sind dabei, und die vertragen sich alle.“

Fehlende Körpersprache

Ein wichtiges Element des Pokerns ist die Körpersprache. Manchen Spielern sehe man es an, wenn sie kein gutes Blatt hätten oder bluffen würden, erklärt Winter. Das falle beim Online-Poker ebenfalls weg. Für Harald Winter selbst ist das jedoch schon fast ein Glücksfall: „Ich kann mich nicht so gut verstellen wie andere“, sagt er über seine mangelnde Fähigkeit, zu bluffen. „Das spielt mir ein bisschen in die Karten. Ich glaube, im Online-Poker bin ich besser, als wenn wir am Tisch spielen.“

Trotz aller Nachteile beim Online-Poker ist Winter froh, weiterhin eine Möglichkeit zum Spielen zu haben: „Wenn man das einmal einschlafen lässt, dann ist das wahrscheinlich vorbei. Und in Zeiten von Corona ist das wirklich eine tolle Abwechslung.“

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