Wilhelm Feuerhake hat die plattdeutschen Ortsnamen der Gemeinde Bienenbüttel ermittelt

Auf Platt sagt man „Bienböttel“

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So ein zweisprachiges Ortsschild könnte sich Wilhelm Feuerhake, Niederdeutschbeauftragter des Landkreises Uelzen, für Bienenbüttel únd andere Orte der Region vorstellen.

Bienenbüttel. Platt ist in, selbst Asterix und Obelix sprechen es oder Harry Potter ist auf der Suche nach dem „Wunnersteen“ (Stein der Weisen).

Auch viele Orte in Norddeutschland zeigen ihre Verbundenheit mit der Niederdeutschen Sprache, indem sie ihre Ortsschilder zweisprachig beschriften oder geben gar, wie der Landkreis Lüneburg einen digitalen Sprachatlas auf Platt heraus, in dem die Orte ihre niederdeutschen Namen zurückerhalten. Ganz so weit ist Wilhelm Feuerhake, Beauftragter für die Niederdeutsche Sprache des Landkreises Uelzen, noch nicht. Doch einen ersten Schritt in Richtung seines Ziels, alle plattdeutschen Ortsnamen im Landkreis Uelzen zu erfassen, hat er bereits gemacht. Für Bienenbüttel hat er zusammen mit seinen Schülern im Kreisvolkshochschulkurs eine Liste mit den 18 Niederdeutschen Namen Bienenbüttels und seiner Ortsteile erstellt.

„Bei manchen Orten hat sich das Ganze schwieriger dargestellt, als gedacht“, erklärt Feuerhake, „insbesondere beim plattdeutschen Namen für Bienenbüttel haben wir lange debattiert.“ Denn eigentlich müsste der Ort vom Altsächsischen Biangibudiburg hergeleitet Binebutle lauten. „Aber die Leute im Ort sagen Bienböttel und das ist entscheidend.“ Warum er das alles macht? „Vor allem will ich den Leuten im Kreis ein Stück ihrer eigenen Geschichte erhalten“, erklärt Feuerhake. Die Idee zu dem Projekt sei ihm bei der Fahrt durch andere Landkreise in Niedersachsen gekommen. „Da stehen ganz selbstverständlich die Namen zweisprachig auf den Ortsschildern“, berichtet Feuerhake, der sich wünscht, dass auch die Orte im Landkreis ihre Plattdeutschen Namen zurückerhalten. Das könnte auch für den Tourismus positiv sein.

Für eine grundsätzlich gute Idee halten auch Heinrich Hellbrügge, Ortsvorsteher Bornsens, und Varendorfs Ortsvorsteherin Renate Niemann Feuerhakes Vorschlag. „Für den Tourismus könnte es sicherlich Lokalkolorit ausstrahlen“, meint Hellbrügge. Renate Niemann hingegen könnte sich vorstellen, die Plattdeutschen Namen der Orte an Dorfgemeinschafts- oder Feuerwehrhäusern der anzubringen. „Da bleiben sie vielleicht noch besser im Gedächtnis der Anwohner verhaftet“, sagt sie.

Feuerhake selbst sagt, er habe sich für seine restliche Zeit als Plattbeauftragter des Landkreises noch ein großes Ziel gesetzt: „Ich möchte die niederdeutschen Namen der Orte vorm Vergessen retten.“ Dazu will er in den Samtgemeinden Platt-Kurse anbieten und dann mit seinen Schülern auf Spurensuche gehen.

Von Lars Lohmann

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