Mehr Kapazität und weniger CO2

Planung für Sanierung und Ausbau der Kläranlage Hohenbostel vorgestellt

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Die alten Belebungsbecken der Kläranlage in Hohenbostel sind Energiefresser. Beim Umbau werden sie durch moderne Anlagen ersetzt.

Bienenbüttel/Hohenbostel – Der Energieverbrauch ist hoch und die Kapazitätsgrenze erreicht: Die Kläranlage der Einheitsgemeinde Bienenbüttel in Hohenbostel soll daher in den kommenden drei Jahren saniert und erweitert werden.

Die ersten Vorentwürfe dazu wurden jetzt von Dr. Jens Knollmann von der Ingenieurgesellschaft Dr. Knollmann im Bauausschuss vorgestellt.

„Der wichtigste Punkt ist die Ausbaugröße und damit die Frage: Wie groß muss es werden?“, sagte Knollmann. Bisher ist die Kläranlage aus dem Jahr 1982 auf eine Kapazität von 6500 Einwohnerwerten (EW) ausgelegt. Die Anlage schaffe zwar auch die tatsächlichen Belastungswerte von 7500 EW, sei aber damit ausgelastet. Hinzu komme der hohe Energiebedarf der Anlage. Die Qualität der Klärung sei in Ordnung. „Wir haben durchschnittliches, nicht auffälliges Wasser“, berichtete Knollmann. Auffällig seien hingegen die hohen Mengen Regenwasser, die in der Kläranlage ankommen.

Ausgelegt wird die energetisch sanierte und zum großen Teil neu gebaute Kläranlage laut Planer auf 9000 EW. Dabei gehe man von einer Zunahme der Einwohnerzahl um 15 Prozent aus. Gleichzeitig soll durch einen modularen Aufbau der Anlage ein Nachrüsten zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.

Herausfordernd sei bei den Planungen, dass alle neuen Anlagen auf dem Gelände der vorhandenen Kläranlage gebaut werden. „Wir haben relativ wenig Platz und müssen alles auf das Grundstück bauen“, sagte Knollmann. Geplant sind etwa Belebungsbecken mit einem Fassungsvermögen von 4000 Kubikmetern, was einer Verdoppelung der derzeitigen Kapazität von 2100 Kubikmetern entspricht. In einem Vorentwurf sind dafür zwei rechteckige Becken vorgesehen.

In der Form gebe es energetische Vorteile und auch die Strömung sei besser. Die Möglichkeit, ein drittes Belebungsbecken zusätzlich einzubauen, ist mit eingeplant. Die Belebungsbecken werden laut Knollmann auch als erstes gebaut. Danach wird die Klärschlammvererdung errichtet, als Letztes folgt der Neubau der mechanischen Reinigung. Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung von Belebungsbecken und Klärschlammvererdung bei zum 31. Dezember 2021 vor. „Das ist kompakt, aber möglich. Die Gesamtfertigstellung folgt dann 2022“, erklärte Knollmann. Was die neu gestaltete Kläranlage am Ende kosten wird, konnte Knollmann hingegen noch nicht sagen. Erste Kostenschätzungen werden in der nächsten Sitzung des Bauausschusses vorgestellt.

Die Sanierung der Kläranlage ist laut Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke auch aktiver Klimaschutz. „Wir sparen jährlich 100 Tonnen CO2 ein“, sagte der Verwaltungschef. Außerdem würde die Belastung der Hohenbosteler durch Lkw-Transporte geringer, da dann nicht mehr jährlich Klärschlamm abgefahren werden müsse.

VON LARS LOHMANN

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