Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde werden in einer Studie analysiert

Planspiel für Bienenbüttels Zukunft

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Das Baugebiet Kuhlfeld in Steddorf soll nächstes Jahr bebaut werden. Wie sich Bienenbüttel in Zukunft entwickeln könnte, prognostiziert das Siedlungsentwicklungskonzept. 

Bienenbüttel – Wie viele neue Wohneinheiten braucht es, damit Bienenbüttels Einwohnerzahl stabil bleibt oder wächst? Welche Auswirkungen hat das auf die Infrastruktur im Ort?

Diese Fragen beantwortet das Siedlungsentwicklungskonzept, das jetzt von Dr. Jens Martin Gutsche vom Stadtentwicklungsbüro Gertz/Gutsche/Rümenapp rund 25 Bienenbüttelern im Mühlenbachzentrum vorgestellt wurde.

Dr. Jens Martin Gutsche, Stadtplaner

„Wir haben einen Blumenstrauß von Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde“, sagte Gutsche. Aufgabe der politischen Gremien und der Bürger sei es, daraus die Entscheidung abzuleiten, was ein gesunder Entwicklungskorridor für Bienenbüttel ist. Dabei reicht die untersuchte Spanne von 20 neuen Wohneinheiten im Jahr, bei dem die Bevölkerung konstant bleiben würde, bis 120 Wohneinheiten im Jahr für ein starkes Wachstum.

Dass Neubauten nötig sind, um die Einwohnerzahl stabil zu halten, liegt laut Gutsche daran, dass Bienenbüttel pro Jahr 24 Einwohner verliert und eine leer stehende Wohnung im Bestand nicht sofort wieder bezogen wird. Vor allem junge Erwachsene verließen Bienenbüttel zunächst für ihre Ausbildung.

Dabei seien die Krippenplätze einschließlich des geplanten Ausbaus von 60 auf 90 Plätze bei jährlich 40 bis 45 zusätzlichen Wohneinheiten ausreichend. „Bei mehr ist ein Ausbau für weitere Krippenplätze nötig“, sagte Gutsche. Bei den Kindergartenplätzen seien die 225 bei 20 Wohneinheiten ausreichend, bei mehr müssten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Die Grundschule, die zurzeit dreizügig ist, bleibt dies auf jeden Fall bei 20 Wohneinheiten im Jahr. Ab 100 Wohneinheiten ist Vierzügigkeit prognostiziert. Gelder für eine eventuelle Erweiterungs-Planung der Schule sind laut Bürgermeister Dr. Merlin Franke im Haushalt vorgesehen.

Der Großteil der Neubauten sollte im Kernort Bienenbüttel und den drei angrenzenden Ortsteilen Hohenbostel, Steddorf und Wichmannsburg stattfinden, empfahl Gutsche. Bei den übrigen Ortsteilen sollte nur so viel Neubau erfolgen, dass die Einwohnerzahl stabil bleibt. Um dies zu erreichen, sollen die drei angrenzenden Orte zusammen mit Bienenbüttel als Grundzentrum angesehen werden, bisher ist dies nur für Bienenbüttel der Fall. Dazu müsse man an den Landkreis herantreten, der die Grundzentren festlegt.

„Gibt es einen Punkt, ab dem die Attraktivität einer Gemeinde beim Wachstum abnimmt?“, wollte der Hohenbosteler Reiner Stefan von Gutsche wissen. Dieser antwortete, dass es eben die Herausforderung für die Politik und die Gemeinde sei, ein Neubauvolumen so herzuleiten, dass es ein attraktives Wohnen bleibt.

„Wir legen nicht den Weg fest, sondern das, was wäre wenn“, erklärte Franke. Mit den Zahlen habe die Politik jetzt eine Grundlage, um Entscheidungen zu treffen, Weichen zu stellen und Ziele zu definieren. So seien Zahlen für die Verkehrsplanung wichtig, wenn es zum Beispiel um mögliche Radschnellwege gehe. Parallel ermittle die Kämmerei gerade, welche Einwohnerzahl nötig sei, um den Haushalt langfristig auf der sicheren Seite zu haben. „Niemand wird sich aber hinstellen und sagen können, dass in fünf Jahren alles so kommt“, sagte Franke. Eine Prognose sei schwierig. Wichtig sei, dass das Konzept und die definierten Ziele ständig überprüft würden. „Das Konzept darf nicht einfach im Schrank landen!“

VON LARS LOHMANN

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