Firmen sponsern 11 000 Euro teures Spielgerät für die Michaelis-Kindertagesstätte Bienenbüttel

Piraten entern ihr Schiff

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Jetzt haben die Bienenbütteler Piraten ein eigenes Schiff. Nach der gestrigen Schiffstaufe mit Wasserbomben stürmen die Kinder der Michaelis-Kita die „Piratenbiene“.

Bienenbüttel. „He, Ho, wenn die Piraten kommen, dann könnt ihr was erleben!“, singen die Kinder der Bienenbütteler Kindertagesstätte St. Michaelis gestern und werfen auf Kommando mit voller Kraft eine Breitseite Wasserbomben auf ihr neues Schiff.

Spritzend zerplatzen die gefüllten Luftballons auf den Planken – eine Schiffstaufe der besonderen Art. Dann stürmen die Kleinen ihre neueste Errungenschaft, ein 9,60 Meter langes Spielschiff, das durch Spenden von Firmen und der Bienenbütteler Bürgerstiftung finanziert wurde.

„Piratenbiene“ steht auf dem Schild am Schiffsbug, das die stellvertretende Kita-Leiterin Ilsemarie Schulze – einen Piratenhut aus Pappe auf dem Kopf – für den erkrankten Leiter Heiko Metzler enthüllt. „Dass ich hier stehe, hat damit zu tun, dass der Kapitän krank ist“, erklärt sie den Kindern. „Und der Vertreter des Kapitäns ist der Navigator.“

Dieser Navigator gibt also die Kommandos. Wie das zum Entern. Vier Wochen lang mussten die 118 Kinder von Kindergarten und Krippe nach dem Aufbau des 11 000 Euro teuren Spielgeräts warten. Weil die Betonfundamente der Konstruktion aus wetterbeständigem Douglasienholz erst aushärten mussten, hielt sie ein rot-weißes Trassierband auf Distanz. Jetzt stürmen sie eine Holztreppe hoch, blicken aus den Fenstern der Kapitänskajüte, laufen schaukelnd über die Hängebrücke zum Vorderschiff, über dem die Piratenfahne weht und der Rabe sitzt.

„Cool!“, entfährt es Lina, die sich über die Reling aus einem Baumstamm lehnt. „Dass man hochklettern kann“, gefällt Erick (6) besonders gut. „Und dass man da drehen kann.“ „Das Steuerrad“, erklärt Lina, während sich andere Kinder am Bug abseilen.

„Allzeit gute Fahrt!“, lautet die Botschaft der mit Muscheln beklebten Flaschenpost, die Marianne Brunhöber und Rita Zaja vom Kirchenvorstand der Michaeliskirchengemeinde Bienenbüttel zur Schiffstaufe überreichten.

Das Piratenschiff, das von einer Firma aus Laucha in Thüringen gebaut wurde, ist Ersatz für das abgebaute Weidentipi. Vorher stand hier ein Baumhaus. Eine Spende der Bürgerstiftung bildete den Grundstock für das Projekt, an dem sich anschließend viele Firmen beteiligten. Insgesamt kamen 10 000 Euro zusammen, um die Idee einer Mutter zu verwirklichen. Die Differenz trägt die Kita selbst.

Eine Tiefbaufirma kofferte den Hafen für die „Piratenbiene“ aus. Dann wurden die Fundamente gegossen. Ein Gabelstapler jonglierte die vorgefertigten Teile des Schiffs mit Mühe durch die Lücke zwischen Gemeindehaus und Kita. Die Eltern füllten dann mit altem Spielsand aus der großen Sandkiste auf, damit die Piraten weich fallen.

Von Gerhard Sternitzke

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