Der Bornser Wilhelm Heinrich Krüger ist in seiner Heimat fast vergessen

Ein Pionier des Zuckerrübenanbaus

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Der Bornser Wilhelm Heinrich Krüger hat als Leiter der Herzoglich-Anhaltinischen Versuchsstation Bernburg Anfang des 20. Jahrhunderts Pionierarbeit in Sachen Zuckerrübe geleistet.

Bornsen/Bernburg. Sein Name ist schon fast in Vergessenheit geraten und sagt eigentlich nur noch Fachleuten etwas. 

Dabei bilden die Forschungen des gebürtigen Bornsers Wilhelm Heinrich Krüger zur Düngung der Zuckerrübe am Anfang des 20. Jahrhunderts eine der wichtigen Grundlagen für die Entwicklung der heutigen Zuckerindustrie und des Zuckerrübenanbaus in der Region.

Viel ist nicht mehr über das Leben Krügers in Bornsen bekannt. Am 21. November 1857 erblickt er dort als Sohn eines Landwirtes das Licht der Welt und das war es eigentlich auch schon. „Wir wissen, dass es ihn gab. Aber ansonsten wissen wir fast nichts“, sagt Holger Runne, vom Arbeitskreis Geschichte in Bienenbüttel.

Zumindest über den weiteren Werdegang Krügers gibt es noch Informationen. Er studiert zwischen 1876 und 1880 Landwirtschaft in Halle und promoviert 1883 an der Universität Freiburg mit einer Dissertation über das Saatgut von Runkelrüben. Im selben Jahr wird er an der Agrikultur-Chemischen Versuchsstation Halle angestellt. Danach arbeitet er zunächst für ein Jahr als Landwirtschaftslehrer in Sachsen. Dann erhält er eine Anstellung als wissenschaftlicher Assistent an der Agrarkultur-Chemischen-Versuchsstation Halle.

1886 wagt Krüger den Sprung nach Übersee. Im Auftrag der niederländischen Kolonialmacht baut er eine Zuckerrohrversuchsstation auf Java auf. Sechs Jahre verbringt er in Indonesien. Seine bei der Rückkehr nach Deutschland veröffentlichten Forschungsergebnisse gelten jahrzehntelang als Standardwerk, heißt es 1957 in einem zu seinem 100. Geburtstag erschienenen Beitrag in der Zeitschrift für die Zuckerindustrie.

1905 wird Krüger Direktor der renommierten Herzoglich-Anhaltinischen Versuchsstation Bernburg und leitet für 25 Jahre die Geschicke des Instituts. „Die Versuchsstation wurde 1880 mit dem Ziel gegründet, den Rübenanbau zu verbessern“, erklärt Sybille Richter, Sprecherin der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt. Die Zuckerindustrie habe damals die Gründung der Versuchsanstalt forciert. Dort seien bahnbrechende Entdeckungen für die Landwirtschaft gemacht worden und auch bei der Züchtung ertragreicherer Zuckerrüben und anderer Pflanzen habe das Institut Erfolge aufweisen können. Die Versuchsanstalt im beschaulichen Bernburg, das auf halber Strecke zwischen Magdeburg und Halle liegt, habe aufgrund der Arbeiten von Krügers Vorgängern Hermann Hellriegel und Hermann Wilfarth einen exzellenten Ruf genossen. Forscher aus aller Welt seien nach Bernburg gekommen. Krüger habe die Arbeiten seiner Vorgänger fortgesetzt und auf dem Gebiet der Düngung der Zuckerrübe Grundlagenforschung betrieben, erklärt Sybille Richter. Auf deren Ergebnisse greife man noch heute zurück.

1930 geht Krüger in Pension und verbringt seinen Ruhestand in Bernburg. Dort stirbt er am 10. Februar 1947.

Von Lars Lohmann

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