Wichmannsburg bekommt für drei Tage ein Café / Gebäude soll erhalten bleiben

Pfarrhaus in Wichmannsburg wird Begegnungsort

Pastorin Julia Koll lädt zusammen mit der Kirchengemeinde Wichmannsburg ins leerstehende Pfarrhaus ein. Dort wird es für drei Tage ein Café geben. 
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Pastorin Julia Koll lädt zusammen mit der Kirchengemeinde Wichmannsburg ins leerstehende Pfarrhaus ein. Dort wird es für drei Tage ein Café geben. 

Wichmannsburg – Das Pfarrhaus in Wichmannsburg bewegt die Gemüter. Vor einem Jahr entschloss sich die Kirchengemeinde schweren Herzens, das knapp 200 Jahre alte, stark sanierungsbedürftige Haus abzureißen.

Das ist inzwischen vom Tisch, weil der Denkmalschutz für das Gebäude nicht fällt. Doch zum Erhalt des Gebäudes reichen auch die eingesammelten Spenden nicht. „Wir wissen nicht, in welche Richtung es geht“, sagt Dr. Julia Koll, seit Mai Pastorin im ver- bundenen Pfarramt Altenmedingen-Bienenbüttel-Wichmannsburg. Zumindest für drei Tage wird das Kleinod bald seine Türen öffnen – als Pop-Up-Café von Freitag, 20. , bis Sonntag, 22. September.

„Die jungen Menschen kennen das Pfarrhaus gar nicht mehr“, sagt Julia Koll. Die drei Tage böten Gelegenheit, das Gebäude kennenzulernen und gleichzeitig mit Menschen in Kontakt zu kommen, die ansonsten nicht viel mit der Kirche am Hut haben. Daher soll das Pfarrhaus für diesen Zeitraum ein Ort der Begegnung sein. „Es ist total spannend, ob wir fünf oder 50 sind“, sagt die Pastorin.

Die Kultur steuern die Menschen aus dem Ort bei. Das Ganze sei auch als Geschenk an die Wichmannsburger gedacht, die durch ihr Engagement vieles möglich machten. Das Pfarrhaus sei für drei Tage ein Begegnungsort, der in vielen Dörfern durch das Kneipensterben fehle.

Klar sei aber auch, dass dies zunächst eine einmalige Aktion im Rahmen der Visitation durch den Kirchenkreis sei. „Es kommt einmal und dann verschwindet es wieder“, sagt sie. Das leerstehende Wichmannsburger Pfarrhaus wird also nur für kurze Zeit aus seinem Dornröschenschlaf geweckt.

Die Gottesdienste werden während der Visitation gemeinsam für alle drei Kirchengemeinden zelebriert. Sie stehen unter der Überschrift „Drei Ritter suchen ihren Schatz“ – in Anspielung an die Namensgeber örtlicher Kirchen, Mauritius, Georg und Michael. „Das sind drei Kämpfernaturen“, sagt Julia Koll und die Gottesdienste sollten die Frage beantworten, wofür die drei heute kämpfen. Auch Besprechungen und Tagungen finden während der Visitation gemeinsam statt. „Wir wollen den Zusammenhalt zwischen den drei Gemeinden noch weiter stärken“, sagt Julia Koll.

VON LARS LOHMANN

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