Lüneburg prüft auf Antrag der Mehrheitsgruppe CDU/Grüne/FDP Parkgebühren auf den Sülzwiesen

Pendler sollen zahlen

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60 Cent pro Stunde für das Parken auf den Lüneburger Sülzwiesen? Nach einer Befragung der Lüneparken GmbH wollen 60 Prozent nicht mehr hier parken, wenn die Sülzwiesen kostenpflichtig wären. 64 Prozent der Befragten arbeiten in Lüneburg. 

Lüneburg. 350 Stellplätze, sieben Minuten in die Lüneburger Innenstadt, kostenfrei und ohne Zeitbegrenzung – das sind die Eckdaten des Parkplatzes Sülzwiesen. Das könnte sich bald ändern.

Auf Anfrage der Mehrheitsgruppe von CDU, Grünen und FDP im Stadtrat hat die Lüneparken GmbH einen Vorschlag für eine Parkraumbewirtschaftung erarbeitet. 60 Cent pro Stunde sollen demnach fällig werden.

„Ich finde, das ist wirklich nicht so viel“, sagt Grünen-Ratsfrau Claudia Schmidt. „In allen größeren Städten werden Parkgebühren erhoben. Und wir erzielen damit Einnahmen.“ Und die will die Gruppe nach Möglichkeit zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. Der Stadtbus sei immer noch zu teuer, um wirklich mit dem Auto zu konkurrieren. Für Hin- und Rückfahrt aus Ochtmissen in die Innenstadt zahle sie mit ihrem Mann 8,80 Euro. Über die Einführung der Parkgebühren berät heute der Verkehrsausschuss der Stadt.

Bei den Nutzern der Sülzwiesen kommt die Idee nicht gut an, wie eine Umfrage der Lüneparken GmbH ergibt. „60 Prozent der Befragten gibt an, den Parkplatz Sülzwiesen nicht weiter zu nutzen, wenn er kostenpflichtig würde“, stellt die Stadtverwaltung in der Vorlage zur Sitzung fest. Und das hat seinen Grund: 64 Prozent arbeiten in Lüneburg und stellen hier ihr Fahrzeug ab. Nur 13 Prozent parken auf den Sülzwiesen, um in Lüneburg einzukaufen.

Nach dem Vorschlag der Lüneparken GmbH wird der Platz in die günstigste Parkzone vier eingestuft. Gemäß Parkgebührenordnung müssen Autofahrer dann werktags von 8 bis 18 Uhr und am Sonnabend von 8 bis 14 Uhr zahlen. Die Investition in Schranken und Parkautomaten beläuft sich auf 292 000 Euro, wenn auch das benachbarte Gelände Am Bargenturm Ost (60 Stellplätze) einbezogen wird. Dem stehen bei 60-prozentiger Auslastung Einnahmen in Höhe von 430 000 Euro gegenüber. Gleichzeitig sieht der Vorschlag eine kleinere kostenfreie Parkfläche im Westen der Sülzwiesen vor.

Die Stadtverwaltung macht deutliche Bedenken geltend. Vor allem befürchtet sie, dass Autofahrer in die benachbarten Viertel ausweichen. Das würde mehr Kontrollen notwendig machen, heißt es in der Vorlage. „Aufgrund der Quartiersgrenze wird mindestens mit einem zusätzlichen Personalaufwand von zwei Stellen im Verkehrsaußendienst ausgegangen.“ Macht Kosten von 68 000 Euro.

Besonders kritisch setzt sich die Stadtverwaltung mit dem Vorschlag der Gruppe auseinander, eine soziale Komponente etwa für einkommensschwache Pendler zu schaffen. Das sei auf einer öffentlichen Verkehrsfläche schlicht rechtswidrig.

Von Gerhard Sternitzke

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