Fraktionschefs geben Corona die Schuld

Parkplatz am Bienenbütteler Bahnhof wird kaum genutzt

59 Parkplätze bietet die neue Parkfläche am Bienenbütteler Bahnhof. Genutzt werden diese während der Corona-Pandemie kaum.
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Der neue Parkplatz am Bienenbütteler Bahnhof wird kaum genutzt.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Bienenbüttel – Ende 2020 war es soweit, und der neue Parkplatz am Bienenbütteler Bahnhof wurde mit 59 Stellflächen eröffnet. Das Ziel war es, Pendlern mehr Parkplätze in Bahnhofsnähe zu geben und so die Bahnhofstraße zu entlasten. Doch dann kam die Corona-Pandemie: Viele Menschen bleiben zu Hause, Homeoffice ist angesagt. Der neue Parkplatz wird seitdem kaum genutzt. Hat sich das Projekt also überhaupt gelohnt?

Tieding ist zuversichtlich

Christopher Tieding, Fraktionsvorsitzender der CDU, glaubt, dass auch nach der Pandemie mehr im Homeoffice gearbeitet wird. Die ganze Situation sei aber beim Bau des Parkplatzes nicht absehbar gewesen. Dennoch zeigt sich Tieding zuversichtlich, dass sich das Projekt gelohnt hat: „Ich bin sicher, dass es zu einer verstärkten Nutzung des Parkplatzes kommt.“ Bei einem Parkhaus, wie es die Grünen vorgeschlagen hatten, hätte er mehr Sorgen gehabt.

Zudem habe sich auch die Parkplatzsituation an der Bahnhofstraße unter Corona entspannt. Die Einführung von Parkgebühren oder einer Höchstparkdauer bleibe daher abzuwarten, bis die Pandemie überstanden sei.

Schelle-Grote sieht Steuerverschwendung

Reinhard Schelle-Grote, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betont dass seine Partei von Anfang gegen den Parkplatz gewesen sei. Auch er habe beobachtet, dass die Parkfläche nicht viel genutzt werde. „Wenn sechs Plätze belegt sind, dann ist das schon schon viel“, sagt Schelle-Grote, fügt aber hinzu: „Es kann sein, dass es sich nach Corona ändert.“ Er habe jedoch den Eindruck, dass es sich bei dem Projekt um Steuerverschwendung handle.

„Weniger Parkplätze hätten es auch getan“, sagt Schelle-Grote, obwohl er der CDU zustimme, dass es im Ort einen Notstand an Parkplätzen gebe. Er bedauere es aber, dass für die Parkplätze am Bahnhof eine Grünfläche habe weichen müssen.

Witthöft: „Annahme sehr überschaubar“

„Die Annahme ist sehr überschaubar“, sagt auch SPD-Fraktionsvorsitzender Arnold Witthöft. Aber ebenso ist er sich sicher, dass dies durch die Pandemie und nicht den Parkplatz selbst bedingt ist: „Wenn coronafreie Zeiten kommen, wird er besser angenommen. Davon bin ich überzeugt.“

So habe er beobachtet, dass auch andere Parkplätze weniger genutzt werden, sagt Witthöft. „Corona verfälscht das Bild“, meint der Fraktionsvorsitzende. Er gehe davon aus, dass nach der Pandemie auch die Bahnhofstraße entlastet werde. Dort Parkgebühren oder eien Höchstparkdauer einzuführen, damit sollte man erst mal abwarten. Zudem sei dieser Schritt mit Personalaufwand und Kosten verbunden.

Jeßen: Parkplatz wird gebraucht

Er selbst sei das beste Beispiel, warum der Parkplatz nicht komplett belegt sei, sagt Mathias Jeßen, Vorsitzender der Kommunalpolitische Alternative (KA). So sei er sonst immer fünf Tage die Woche nach Hamburg gefahren, während der Pandemie seien es nur noch zwei Tage. „Das erklärt die übersichtliche Situation am Parkplatz“, meint Jeßen, da viele andere ebenfalls von zu Hause aus arbeiteten.

„Ich bin überzeugt, dass wir den Parkplatz brauchen“, betont Jeßen, obwohl ein abschließendes Fazit zur Auslastung noch nicht möglich sei. „Der Parkplatz kennt nur Pandemie-Zeiten.“ Dennoch sei er nötig, um Dauerparker aus der Bahnhofstraße fernzuhalten, da diese in erster Linie für Ladenbesitzer und Kunden sei. Auch Jeßen spricht sich dabei vorerst gegen Parkgebühren oder eine Höchstparkdauer aus: „Wer Regeln aufstellt, muss sie auch kontrollieren.“ Das sei wiederum mit erhöhten Personalkosten verbunden. „Das sind Gedanken, die sind in der Gemeinde noch nicht zu Ende geführt“, sagt Jeßen.

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